Sparte für Mittelständler
Citigroup entdeckt die Mitte

In den USA hat die Citigroup die „National Corporate Bank“ (NCB) als eigenständige Sparte gegründet, die sich auf mittelgroße Firmen konzentriert. Die Konsolidierung der amerikanischen Bankenlandschaft sieht Citigroup als Chance, um US-Mittelständler als Neukunden zu gewinnen.

NEW YORK. Die Citigroup baut in Nordamerika ihr Geschäft mit mittelständischen Firmen aus. Die gemessen am Börsenwert weltgrößte Bank kümmert sich damit um ein Kundensegment, das andere US-Banken links liegen lassen. In den USA hat die Citigroup die „National Corporate Bank“ (NCB) als eigenständige Sparte gegründet, die sich auf mittelgroße Firmen konzentriert.

„Wir wollen mehr lokale und regionale Unternehmen als Kunden gewinnen“, sagt Citigroup-Chef Charles Prince. Mittelgroße Firmenkunden stellen für die Bank einen kaum erschlossenen Markt dar. Bisher betreut sie hauptsächlich internationale Großkonzerne. Die Konsolidierung der amerikanischen Bankenlandschaft sieht Citigroup als Chance, um US-Mittelständler als Neukunden zu gewinnen. Laut George Calfo, Leiter der NCB, mussten viele mittelgroße US-Firmen in den vergangenen Jahren mehrfach die Hausbank wechseln, weil die jeweiligen Institute entweder aufgekauft wurden oder sich aus dem so genannten Mittelmarkt zurückzogen.

Dort dominieren traditionell die Großbanken Bank of America und JP Morgan Chase sowie Regionalbanken wie Wachovia und Wells Fargo. Andere Häuser wie die Deutsche Bank haben sich in den vergangenen Jahren aus dem amerikanischen Mittelstandsgeschäft zurückgezogen.

Bei der Citigroup konzentriert sich NCB-Chef Calfo auf mittelgroße Unternehmen mit einem Jahresumsatz oder Börsenwert von mindestens 500 Mill. Dollar. Im ersten Jahr gewann NBC nach eigenen Angaben bereits 50 Neukunden. Die Zahl der Mitarbeiter der Citigroup-Tochter stieg von sechs auf 38 und wächst weiter. Zu Umsatz und Gewinn verrät Calfo nur, dass die Sparte schon im ersten Jahr einen Gewinn statt der erwarteten Anlaufverluste abwarf. Der Banker stieß im vergangenen Jahr von Wachovia zur Citigroup, wo er zuvor 18 Jahre im Firmenkundengeschäft arbeitete.

Weil der Citigroup in den USA ein flächendeckendes Filialnetz fehlt, betreut die NCB ihre Kunden aus fünf Büros in New York, Atlanta, Chicago, Houston und Los Angeles. Die mangelnde Kundennähe versucht sie durch die globale Reichweite der Citigroup auszugleichen, die über rund 300 000 Mitarbeiter in fast 100 Ländern beschäftigt und rund eineinhalb Bill. Dollar Bilanzsumme aufweist. „Wir bieten mittelgroßen Kunden unsere volle Produktpalette an – von Kapitalmaßnahmen wie syndizierten Krediten oder Hybridanleihen über Risikomanagement, zum Beispiel bei Währungstransaktionen, bis hin zum Zahlungsverkehr“, sagt Calfo.

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