Gastbeitrag
Existenzgründung durch Betriebsübernahme

Viele Führungskräfte träumen ein Leben lang von der eigenen Selbstständigkeit - ohne dass die Umsetzung jemals in greifbare Nähe rückt. Das es auch anders geht, weiß Michael Grote, Experte für Unternehmensnachfolge.
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HamburgViele Führungskräfte und High Potentials fragen sich: Soll ich mein Engagement und meine Energie nicht besser in ein eigenes Unternehmen investieren? In diesen Fällen begleitet der Traum den Wunschunternehmer sein ganzes Leben lang, ohne dass die Umsetzung auch nur annähernd in greifbare Nähe rückt. Der Grund dafür ist ebenso einfach wie stichhaltig: Es fehlt die Zeit, sich neben Beruf und Familie um ein weiteres zeitintensives Thema zu kümmern.

Tatsächlich berichten erfolgreiche Unternehmenskäufer von jahrelangen Suchen mit höchstem persönlichem Einsatz. Selten war die Suche unter drei Jahren erfolgreich, häufig haben sich die potentiellen Käufer die Suche nach einer Unternehmensnachfolge als Vollzeitjob auf die Fahne geschrieben, um endlich das passende Unternehmen zu finden.

Ein Weg, der nur den wenigsten Käufern offensteht, will doch die Familie versorgt und der Lebensunterhalt verdient sein. Genau an diesem Punkt enden die meisten Suchen auch schon wieder. Ein kurzes Strohfeuer von Aktivität verpufft ergebnislos, zurück bleibt der ewige Gedanke, etwas verpasst zu haben.

Will der Nebenerwerbssuchende erfolgreich sein, so muss er eine realistische Planung aufstellen. Die wichtigste Einsicht: Die Suche nach einer Unternehmensnachfolge dauert mindestens ein bis zwei Jahre. Das Vorgehen muss so angelegt sein, dass der Suchende das Zusatzpensum über diesen langen Zeitraum bewältigen kann. Das kann nur gelingen, wenn der suchende Unternehmer frühzeitig die Hilfe eines erfahrenen Beraters in Anspruch nimmt und die Suche weitestgehend automatisiert abläuft.

So kontrovers die Diskussion über die Qualität von Beratern im Allgemeinen auch geführt werden mag, fest steht: Der Neuling sollte sich an einen Branchenexperten wenden. Unternehmenssuche und -kauf sind ein eigenes Geschäft mit eigenen Spielregeln. Das Salär eines qualifizierten Beraters wird letztlich immer geringer ausfallen als die Kosten des eigenen Versuchs und Irrtums.

Gemeinsam mit dem Berater können Potentiale, Ziele und Wünsche des potentiellen Käufers systematisch erfasst werden: Auf dieser Basis lässt sich dann ein Profil passender Zielunternehmen erstellen und eine systematische Suche einleiten.

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Was bei der Suche zu beachten ist

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  • Wir beraten MBI`s/MBO´s für KMU (ab 1.0 Mio. € KP und ab 500 T€ pers. EK) seit 1999 und haben ca. 10 Jahre M&A-Erfahrung aus Konzern. Mitglied im BDU e.V./IACVA e.V.. Nach unserer Erfahrung realisieren nur ca. 1–2% aller latenten MBI`s ihren Traum einer Unternehmensnachfolge / -kaufes, d.h. ca. 98-99% scheitern an:

    (a) Eigenkapital
    (b) persönlich-unternehmerischen Fähigkeiten für KMU
    (c) strategischem - methodischem Vorgehen zur Geschäftsübernahme
    (d) Einsicht und Möglichkeiten in die eigene Selbstständigkeit auch erheblich Zeit + Geld investieren zu müssen bzw. zu können
    (e) Unverständnis der geschäftsnormalen Realität als KMU-Unternehmer

    a) Die Mehrheit unterschätzt den Gesamtkapitalbedarf aus Kaufpreis + Besicherung Umlaufkapital + Kaufkosten eines „nachhaltig ertragreichen“ Unternehmens

    b) Die Mehrheit unterschätzt die fachübergreifenden Anforderungen der GS-GF in KMU, i.e. technische + kaufmännische Leitung der Firma, auch ohne oder bedingter 2ter und 3ter Führungsebene

    c) Die Mehrheit ist nicht in der Lage, persönliches Erfahrungs- + Fähigkeitsprofil, inkl. Branchen-know-how, in einen strukturierten Auswahl- + Suchprozess für geeignete Unternehmen „umzusetzen“.

    d) Die Mehrheit unterschätzt den zeitlichen / finanziellen Aufwand zur Auswahl, Suche, Vorprüfung, Due Diligence, Verhandlungen, Vertragsschreibung und Finanzierung eines KMU, insbesondere zu den „externen“ Kosten, i.e. Steuer-, Rechts-, M&A-, Bank-, Notarkosten, ggf. auch Steuern.

    e) Die Mehrheit unterschätzt, dass man als KMU-GS-GF mit persönlichem Geld arbeitet. Jeder verdiente/versemmelte € die persönliche Geldbörse betrifft und das ggf. zusätzlicher Kapitalbedarf nicht vom Konzern bereit gestellt wird.

    Es ist hierbei erschreckend, dass auch langj. aktive TOP-Manager, zum Thema MBI in KMU, wie Berufsanfänger agieren, also kein Konzept, k. Plan, k. Realitäts-Check, k. fundiertes M&A-Wissen, k. professionellen Berater als first/second opinion.

    www.berndrueegg.de

  • Die allererste Frage die ein Berater anbringt, auf die müssen sich die ExistenzgründerINnen immer gefaßt machen, sind Sie für eine Selbständigkeit geeignet. Dazu gehört in fast allen Fällen das oK der Ehefrau bzw. der Familie oder Freundin/Lebensgefährtin.

    Anders herum wird ein Schuh draus. Der Ihnen eine solche Frage stellt, dem brauchen Sie die Frage, ober der Berater für seine Ideen geeignet ist, erst gar nicht zu stellen.

    Im Bedarfsfall lehnt er nämlich eine Zusammenarbeit ab.

  • Wer einen Berater dafür braucht, sollte sich fragen, ob er für seine Ideen geeignet ist.

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