Mittelstandsfinanzierung
Geregelte Nachfolge sichert die Existenz

Findet ein Familienbetrieb keinen neuen Chef, sind das Lebenswerk des Gründers und die Arbeitsplätze der Angestellten oft gefährdet. Viele Banken verweigern langfristige Kredite, wenn es keine Nachfolgeregelung gibt.
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DüsseldorfSchon die Buddenbrooks hatten ein Nachfolgeproblem - das Ende der Lübecker Kaufmannsfamilie ist hinreichend bekannt. Ganz anders liegen die Karten für das Familienunternehmen Stricker aus Münster, dessen Nachfolgeregelung in der Region als vorbildlich gilt: Aus freien Stücken entschied sich Wolfgang Stricker vor fünf Jahren, den Mittelständler mit 120 Mitarbeitern in dritter Generation weiterzuführen.

Drei Jahre stand der heute 37-Jährige gemeinsam mit seinem Vater Joachim an der Firmenspitze des 1932 gegründeten technischen Händlers, der auch Torsysteme und Gummitechnologieprodukte entwickelt und herstellt.

Schon in der Übergangszeit waren die Zuständigkeiten klar geregelt. Ende 2011 dann gab der Senior mit 65 Jahren sein Geschäftsführer-Mandat ab, Wolfgang Stricker wurde vom Geschäftsführer zum geschäftsführenden Gesellschafter. „Wir haben die Veränderungen früh Mitarbeitern und Geschäftspartnern kommuniziert. Dadurch wurde die langfristige Perspektive für sie greifbar, und wir haben viel Vertrauen gewonnen“, sagt Stricker heute.

Doch so reibungslos läuft es nicht überall. Nach Daten des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) suchen in den kommenden acht Jahren 131.000 mittelständische Unternehmen einen Nachfolger. Das ist aber gar nicht so einfach: Einerseits können viele Firmeninhaber nicht loslassen oder fordern einen zu hohen Kaufpreis für ihr Unternehmen, andererseits stehen durch den demografischen Wandel immer weniger potenzielle Kandidaten zur Verfügung. Hinzu kommt, dass viele Kandidaten die unternehmerische Verantwortung scheuen oder ihnen fehlt die fachliche Qualifikation.

„Inzwischen hat jeder dritte Unternehmer große Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden“, sagt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Allein 2010 seien infolgedessen etwa 1.800 Unternehmen mit mehr als 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben worden.

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  • Unternehmensnachfolge im Mittelstand wäre “einfach” wenn sich: die Übergeber “zeitlich rechtzeitig” um das Thema kümmern würden; die Übergeber „methodisch geplant“ um das Thema kümmern würden; die Übergeber keine „verkaufsseitigen Mondpreise“ ansetzten würden; die Übergeber rechtzeitig „professionelle Beratung“ anfordern würden; die Übergeber vor Projektbeginn über eine „sachkundige Unternehmensbewertung und ein aktuelles Verkaufs-Expose“ verfügen würden; und die Übergeber auch mal mit dem Kopf und dem Taschenrechner „des Übernehmers“ denken und kalkulieren würden; die Übergeber eine Unternehmensnachfolge „als Mega-Projekt“ definieren würden, das erheblichen zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand mit sich bringt; die Übergeber „emotionale Erwartungen und sachzwängliche Anforderungen“ klar unterscheiden könnten. Fakt ist, über 80% (und mehr) aller latenten Firmen-Übergeber können und tun das nicht, oft nicht einmal ansätzlich. Die Unternehmensnachfolge wird hier eher mit einer Vorplanungs- und Vorstellungswelt zum Verkauf einer „gebrauchten Waschmaschine“ für 50€ begonnen und nicht dem Verkauf oder Übergabe einer Firma für XXX T€ oder X.X Mio. €.

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