Soziale Verantwortung Die neue Generation der Gründer ist im Anmarsch

Die neue Gründergeneration hat sich andere Prioritäten gesetzt. Junge Absolventen machen sich die Lösung sozialer Probleme zur Herzensangelegenheit. Geld verdienen wollen sie damit auch - nur nicht für hohe Renditen.
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Tobias Lorenz gründete Glovico, ein soziales Netzwerk zum Sprachenlernen. Quelle: Pressefoto

Tobias Lorenz gründete Glovico, ein soziales Netzwerk zum Sprachenlernen.

(Foto: Pressefoto)

DüsseldorfEs gibt Berichte über Tim Breker, 25, die ihn als exzellenten Absolventen einer privaten Wirtschaftshochschule beschreiben, der viel Geld hätte verdienen können und stattdessen jetzt etwas Soziales macht. Es sind Berichte, die mit den Klischees über Privatuni-Studenten spielen - und sie stören den Absolventen der WHU - Otto Beisheim School of Management nicht. Sie machen den Gründer, der Schüler unterstützt, in ihrer Schule einen Kiosk zu betreiben und so Verantwortung, Teamgeist und Unternehmertum zu erleben, stolz. "Weil es zeigt, dass ich etwas anders mache", sagt Breker.

Anders machen - das waren auch zwei Worte, die Tobias Lorenz, 30, nächtelang im Kopf herumgingen. Lorenz, dessen Name ein Doktortitel vorangeht, will Menschen in Entwicklungsländern ein Zusatzeinkommen bieten - als Sprachlehrer, die per Internettelefonie Skype ihre Schüler in Deutschland oder anderen Ländern unterrichten.

Christina Veldhoens Arbeit wiederum beginnt erst nach dem Unterricht. Die Absolventin der privaten Zeppelin Universität Friedrichshafen will Schülern, die es nicht so einfach im Leben haben, Studenten als Mentoren an die Seite stellen. "Dass wir in Deutschland so wenig Bildungsgerechtigkeit haben, ist untragbar. Wir haben uns gefragt, welchen Beitrag wir leisten können", sagt die 29-Jährige.

Breker, Lorenz und Veldhoen gehören zu einer neuen Generation von Jungunternehmern in Deutschland, bei denen sich die Prioritäten verschoben haben. "Sozialunternehmer" heißen sie. Sie wollen soziale Probleme lösen und damit Geld verdienen, um es wieder ins Unternehmen zu investieren oder andere soziale Projekte damit anzustoßen - und nicht, um möglichst hohe Renditen zu erzielen. Etliche Preise haben sie dafür bekommen. Und viele Nachahmer. "Jetzt kommt eine Generation von Studenten und Absolventen, die sagt, sie will etwas sinnvolles machen und sich dann fragt: Wo sehe ich ein Problem, dass ich lösen will?", sagt der Lüneburger Professor Markus Beckmann, der an der Leuphana-Universität zu Sozialunternehmertum forscht.

Zwar gibt es Sozialunternehmer in Deutschland schon lange - nur bisher waren das meist Überzeugungstäter wie Andreas Heinecke, der heute mit seinem "Dialog im Dunkeln" auch etwa 70 blinde Menschen beschäftigt. Sie führen durch eine Ausstellung, in der es stockdunkel ist, machen den Service in einem Restaurant, in dem sich die Gäste ganz auf ihren Geschmack verlassen müssen, beraten Unternehmen und geben Seminare.

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6 Kommentare zu "Soziale Verantwortung: Die neue Generation der Gründer ist im Anmarsch"

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  • Aller Anfang ist schwer: Denn das Erstellen der Webseite, Bekanntmachen des Angebots sowie Kommunikation mit Kunden und der eigene Lebensunterhalt kosten Geld. Eine Durststrecke von 18 bis 24 Monaten für ein Startup wie mystipendium.de ist auch im Erfolgsfall zu überwinden. Kredite sind ohne Sicherheit für die jungen Gründer schwer zu bekommen. Schlichte Diffamierungen und der Traum vom großen Geld helfen nicht weiter.

  • Wozu brauchen wir denn solche cheater und Weichwürste von den Privatunis? Wir brauchen Köpfe mit Ideen, die wissen wie es um Deutschland steht und keine Volksfremden Saubermänner/Frauen wo Papi jeden Monat tausende überweist, damit auch noch der letzte verkorkste Millionärsenkel nen Hochschulabschluss bekommt.

    Und soziale Probleme zu lösen, in man damit noch ne Menge Geld verdient? Da sollte man sich doch mal die Frage stellen, wie es zu den Problemen kam!

    Augenwischerei! In einem System das immer weniger Sozialleistungen bereitstellt, können nun einstmals feste Bestandteile Gesellschaftlicher Verpflichtungen privatisiert werden und „der Rubel rollt“.

  • Warum so weinerlich? Ist die Geschäftsidee nicht aufgegangen?

  • Für alle die einen Gründerpartner suchen, sei die Online Plattform www.Founder2be.com empfohlen.

  • Selbständig womöglich? und das in Deutschland? vergiss es... würde vorher auswandern und es woanders realisieren aber was hier momentan los ist und was einen hier als Selbständigen erwartet, ist ein Himmelfahrtskommando.

  • Schön das Tobias den Bottom Up Ansatz geht. Wir brauchen aber auch Top Down. Das gesamte Bildungssystem muss neu überdacht werden. In den USA findet dies gerade statt.
    http://www.ted.com/talks/lang/en/salman_khan_let_s_use_video_to_reinvent_education.html

    Frau Schavan, Prof. für katholische Theologie, ist aber wahrscheinlich noch mit so wichtigen Fragen beschäftigt, ob Bene recht hat mit "keine Kondome für Menschen in Afrika" und "dt. Gleichberechtigung vs. Frauen in der katholischen Kirche".


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