Special Existenzgründung
Juniorchef dringend gesucht!

Früher hatten Unternehmer viele Kinder, unter denen meist ein fähiger Nachfolger war. Inzwischen macht sich der demografische Wandel bemerkbar - es gibt weniger Nachwuchs und der Generationswechsel wird zum Risiko.
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HamburgViele Unternehmer gehen die Regelung der Nachfolge noch immer nur halbherzig an oder schieben sie zu lange auf. Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Unternehmerbörse durchgeführt hat. Das Forschungsinstitut befragte 321 Unternehmen. Davon gaben 57 Prozent an, noch keine, beziehungsweise keine abschließende Nachfolgeregelung getroffen zu haben.

Alarmierend: Die Generation der über 50-Jährigen ist nicht unbedingt gewissenhafter vorbereitet als die Jüngeren. Früher hatten Unternehmer viele Kinder. Darunter war meist ein fähiger Nachfolger. Heute werden die Unternehmer vom demografischen Wandel eingeholt. Es gibt weniger Nachwuchs. Und nicht jedes Unternehmerkind ist geeignet oder fühlt sich berufen, in die Fußstapfen des Seniors zu treten.

Der Generationswechsel wird so immer mehr zum Risiko. Daher drängt die Zeit, die Staffelübergabe im Unternehmen frühzeitig zu regeln. Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn haben ergeben, dass bis 2014 für mehr als 100.000 Familienunternehmen die Regelung der Nachfolge relevant sein wird.

Nicht selten wird der Nachwuchs dann in die Rolle des Chefs gedrängt. Und das, obwohl viele Unternehmer erhebliche Zweifel an seinen Manager-Fähigkeiten haben. Weniger als die Hälfte der Inhaber und Geschäftsführer von Unternehmen (44 Prozent) halten vor diesem Hintergrund die familieninterne Übergabe langfristig für die erfolgversprechendste Lösung.

Aber auch die externe Unternehmensnachfolge gewinnt zunehmend an Bedeutung. Beispielsweise halten bei Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern gut Zweidrittel der Befragten (69 Prozent) künftige externe Chefs für die beste Lösung.

Für talentierte und qualifizierte MBI Kandidaten bieten sich also zunehmend attraktive Chancen. Gleichzeitig liegen die Finanzierungshürden durch mögliche Beteiligungen von Private Equity Gesellschaften heute sehr viel niedriger, als noch vor 10 Jahren. Die Aussichten für den externen Unternehmensnachwuchs sind so gut wie nie zuvor.

Der Autor des Fachbeitrags, Michael Grote, ist Geschäftsführer der Deutsche Unternehmerbörse dub.de GmbH.

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