Start-up des Monats – Modomoto
Betreutes Shoppen für Männer

Viele Männer kaufen ungern Kleidung. Also haben sich die Gründer von Modomoto überlegt, wie sie dieses Problem lösen können. „Curated Shopping“ nennt sich ihre Idee, also „betreutes Einkaufen“. Kann das funktionieren?
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BerlinIn unserer Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. Das Unternehmen im November ist „Modomoto“.

Ein Hinterhof in Berlin Kreuzberg. Junge Leute rennen durcheinander. Es ist laut, sie rufen sich Dinge zu: Marken, Farben, Namen. Durch die vielen Kleiderständer ist die wahre Größe des Raums nicht zu erkennen, überall hängen Klamotten. Es ist der Styling-Raum von Modomoto. Einer jungen Hauptstadt-Firma, die sich darum kümmert, dass deutsche Männer besser aussehen.

„Wir mussten schon Räume in einem anderen Haus dazumieten wegen der ganzen Mitarbeiter“, sagt Marketing-Chef Mathias Rhode zur Begrüßung. 

Der Weg ging durch die Hofeinfahrt, vorbei an riesigen Firmenschildern, die lange nicht geputzt wurden. Modomoto Fehlanzeige. Manche Firmen „wohnen“ vielleicht gar nicht mehr dort.

Zwischen Hosen, Hemden, Winterjacken stellen die Stylisten die nächsten Pakete zusammen. Die „Produktion“ findet hier statt: im Büro des, laut eigenen Angaben Pioniers auf dem Gebiet des Curated Shoppings in Deutschland. Curated Shopping bedeutet so etwas wie „betreutes Einkaufen“ - Shopping mit Hilfestellung.

Gründer Andreas Fischer, 31 Jahre alt nennt die Büros auch den „größten Kleiderschrank Deutschlands“. 2011 gestartet, hat die Plattform heute mehr als 150.000 Kunden insgesamt und rund 150 Mitarbeiter - angefangen haben sie mit vier, den Gründern und einem Stylisten.

Ihr Konzept: Weil die meisten Männer in Deutschland keine Lust oder keine Zeit haben, shoppen zu gehen, schickt Modomoto die Klamotten zu ihnen nach Hause. Inklusive Stilberatung und visueller Umkleidekabine.

„Jeder Kunde hat einen persönlichen Stylisten, der ihn betreut. Unkompliziert am Telefon.“ Mathias Fiedler (32) ist neben Andreas Fischer und Corinna Powalla (31) ebenfalls Gründer.

Die Geschäftsidee hatte die Frau. Sie habe immer wieder gemerkt, wie ungerne die Männer in ihrem Umfeld shoppen gehen. Also überlegte sie sich eine Lösung und heraus kam Modomoto.

Inzwischen kauft im Alter von 14 bis 49 Jahren mindestens jeder Zweite regelmäßig Kleidung im Internet. Das hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) in einer aktuellen Studie zum Konsumverhalten beim Online-Shopping festgestellt. Während der Anteil der Frauen, unabhängig vom Alter beinahe bei 70 Prozent liegt, steigt auch die Kaufkraft der Männer. Laut Bitkom sind es mittlerweile mehr als 50 Prozent, die im Internet auf Kleidungssuche gehen.

Einen Nerv hätten sie damit getroffen, so Fischer. Nach nur wenigen Monaten mussten Kunden auf eine Warteliste gesetzt werden, ein Umzug musste sein, erzählt er stolz. Also zog Modomoto innerhalb Kreuzbergs um, in die Blücherstraße 22. Vorher waren sie in einem Büro in der gleichen Straße gegenüber, mit nur einem Raum.

„Die Wertschöpfung ist hier im Haus“, sagt Fiedler. Er meint, dass die Pakete dort verpackt werden und von da aus direkt an den Kunden gehen. Im Durchschnitt 35 Jahre alt, ist der typische Modomoto-Kunde gerade frisch im Beruf und Familienvater.

Von den 150 Mitarbeitern kümmern sich 25 um die Wünsche und Angaben des Kunden. Es gibt niemanden hier, der nicht stylisch angezogen ist. Sie tragen coole Mützen, schicke Schuhe und ausgefallene Karo-Hemden.

Kommentare zu " Start-up des Monats – Modomoto: Betreutes Shoppen für Männer"

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  • Es muss nicht immer billig sein. Deutsche Kunden bezahlen gerade bei Mode für guten Service. (...) zeigt sich ein deutlicher Trend zu serviceorientierten Existenzgründungen, obschon innovative Geschäftsmodelle eher nicht an der Tagesordnung sind.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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