Start-up des Monats: Sugartrends
Mit kleinen Geschäften groß rauskommen

Eine Boutique mit Fundstücken aus aller Welt: Auf der Online-Plattform Sugartrends können lokale Händler ihre Produkte vermarkten. Weil es international wachsen soll, sucht das Unternehmen nun einen Investor in Übersee.
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KölnIn unserer neuen Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. Das Unternehmen im Oktober ist „Sugartrends“ aus Köln.

Mit kleinen Geschäften ganz groß werden? Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch von Sugartrends haben genau das vor. Die Online-Plattform für lokale Geschäfte soll von Anfang international wachsen.

Die Gründer selbst bezeichnen ihre im Mai gegründete Plattform als „Marktplatz für die schönsten Geschäfte der Welt“. „Die Idee ist, die Online- und die Offline-Welt zusammen zu bringen“, sagt Christian Schwarzkopf. (Das ganze Interview sehen Sie im Video.) Besitzer kleiner Geschäfte in aller Welt können auf Sugartrends eine Auswahl ihrer Produkte anbieten. Die Kunden bekommen so online, was sie möglicherweise auf ihrer Reise durch Asien entdeckt haben. Bislang sind mehr als 100 Läden im Katalog zu finden, rund 60 davon befinden sich in Deutschland. Beim Verkauf bekommt das Start-up eine Provision.

Sugartrends wolle Shops mit „Boutique-Charakter“ unter einen Hut zu bringen, sagt Mitgründer Lagerpusch. Qualitätsmerkmale seien der enge Kontakt zwischen Kunde und Ladenbesitzer sowie die liebevolle Gestaltung des Geschäfts und der Produkte an sich. „Es hat auf jeden Fall viel Flohmarkt-Charakter.“

Auf den ersten Blick wirft ihr Konzept aber Widersprüche auf: Im Internet, wo der Erfolg erfahrungsgemäß über die Größe kommt, will Sugartrends mit lokalen Shops groß werden. Kann das mit einem Provisionsmodell funktionieren?

Schwarzkopf: „Das Ziel ist, irgendwann 10.000 Läden bei uns im Katalog zu haben.“ Bei einer Provision, die momentan bei zehn bis 20 Prozent liegt (je nach Branche und Produkt), könnte das tatsächlich irgendwann gewinnträchtig werden. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen allerdings bisher nicht. Es müsse wachsen, was viele Jahre dauern könne, sagt der Gründer. „Das braucht eben starke Investoren, die es meist in Deutschland nicht gibt.“

Er und Lagerpusch arbeiten viel, denken ihre Ideen weiter und entwickeln jeden Tag neue. Beteiligungen an anderen Start-ups sind nur eine Firmenstrategie, um Sugartrends zu pushen. Schwarzkopf habe schon in der Schule seine erste Firma gegründet, erzählt er. In das unternehmerische Denken sei er also hineingewachsen.

Die Atmosphäre in dem Kölner Büro ist entspannt. Es riecht nach frisch renoviert. Erst vor kurzem ist das Team, bestehend aus den beiden Gründern und insgesamt zwölf Mitarbeitern, in die zweite Etage gezogen. „Hast du gesehen, heute ist ein neues Nussöl reingekommen? Aus Bratislava“, fragt Lagerpusch seinen langjährigen Partner. Die beiden kennen sich seit dem Studium, sind sichtlich eingespielt. „Das tut man entweder auf den Salat oder ins Gesicht.“ Beide schmunzeln.

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