Spezialisierte Unternehmensberatung
Unternehmer verlangen nach Chef-Beratern

Viele Mittelständler halten nichts von großen Beratungskonzernen wie McKinsey oder Roland Berger. Sie erwarten von ihren Beratern, dass sie die Probleme eines Unternehmers kennen - und ein offenes Ohr für persönliche Probleme haben.

KÖLN. Wenn Gudrun Jay-Bößl einen ihrer Kunden trifft, gibt es immer ein Problem. Denn die Hannoveraner Unternehmensberaterin wird gerufen, weil es Streit zu schlichten gibt: "Oft entstehen Interessenskonflikte zwischen zwei Eignerfamilien", erklärt Jay-Bößl. Aber auch bei Problemen zwischen Vater und Sohn, der die Firma einmal übernehmen soll, vermittelt die Beraterin. Ihre Aufgabe ist der kontrollierte Diskurs: "Ich frage in mehreren Gesprächen solange nach, bis ich die wahren Interessen der Konfliktparteien kenne." Streithähne im Betrieb wieder zum gemeinsamen Handeln zu bewegen, sei ihr Ziel, sagt Jay-Bößl, besonders Mittelständler und kleinere Familienbetriebe nehmen ihre Dienste gern in Anspruch. Denn Jay-Bößl ist selbst Unternehmerin und weiß aus eigener Erfahrung, wie kleine Firmen ticken und welche Sorgen sie plagen. "Ich begegne den Unternehmern auf Augenhöhe", sagt die Beraterin.

Holt ein Unternehmer einen externen Berater ins Haus, muss die Chemie stimmen. "Das entscheidet sich oft in den ersten Minuten", sagt Lutz Mackebrandt, Vize-Präsident des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Mittelständische Unternehmer wünschen sich Berater zum Anfassen, weiß auch Michael Keller, Teilhaber der M&A-Beratung Klein & Coll. in Griesheim: "Er möchte mit seinem Berater über seine Kinder sprechen, über das Erbe, die intimsten Dinge, die ihn bewegen." Die großen Beratungskonzerne wie McKinsey oder Roland Berger scheiden damit aus. Schließlich sind die dafür bekannt, gern einmal Berater zum Kunden zu schicken, die erst vor wenigen Monaten oder Jahren ihr BWL-Diplom gemacht haben - und aus Sicht eines Unternehmers noch reichlich grün hinter den Ohren sind.

Hermann Simon, Chef der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partner, weiß um die Bedeutung des richtigen Gegenübers, wenn der Kunde ein Mittelständler ist: "Unternehmer legen besonderen Wert auf die Person des Beraters", sagt Simon. Deshalb schickt er prinzipiell nur Partner zu Mittelstands-Kunden, keine angestellten Berater: "Weil die selbst echte Unternehmer sind." Simons Bonner Beratungshaus gehört zu den 20 größten Consulting-Firmen in Deutschland, findet aber anders als viele Branchen-Größen auch Zugang zu mittelständischen Betrieben.

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