Spezialstahl-Hersteller
Agenda 2020

Kritik von Finanzanalysten interessiert Benedikt Vorstandschef und Delegierter des Verwaltungsrats von Schmolz + Bickenbach, nicht die Bohne. Auch die heftige Reaktion der Züricher Börse am 13. März ficht ihn nicht an. Der Düsseldorfer Familienkonzern will sich den kurzfristigen Interessen des Kapitalmarkts nicht unterwerfen.

DÜSSELDORF. An diesem Tag hatte der inzwischen weltgrößte Produzent von Spezialstahl die Bilanz für 2007 präsentiert. Trotz eines Rekordgewinns des Familienkonzerns mit Wurzeln in Düsseldorf war der Markt enttäuscht - und schickte die Aktie auf Talfahrt. Um 14 Prozent brach der Kurs ein.

Analysten von Sal. Oppenheim und Vontobel hatten nicht nur ein noch höheres Ergebnis erwartet. Sie kreideten Niemeyer außerdem an, dass er für das Geschäftsjahr 2008 - trotz des guten Starts - lediglich einen unveränderten Umsatz und ein stabiles Ergebnis in Aussicht stellte. Daraufhin stuften beide Privatbanken ihre Empfehlung für die Aktie von "Kaufen" auf "Halten" ab.

"Wer meint, unser Ergebnis ist nicht gut, hat den Markt nicht kapiert", hatte Niemeyer vor einem Monat seine Kritiker angeblafft. Jetzt räumt er ein, dass "ich damit wohl zu weit gegangen bin". An seiner Haltung ändert dies freilich nichts: "Es ist nicht mein primäres Ziel, Analysten zu beeindrucken."

Das 1919 in Düsseldorf von den Familien Schmolz und Bickenbach gegründete Unternehmen hat seit 2003 eine radikalen Strategiewechsel vollzogen - vom Stahlhändler hin zu einem weltweit führenden Produzenten von hochwertigen Spezialstählen. Die wichtigsten Kunden kommen aus der Automobil-, Maschinen- und Luftfahrtindustrie. Vor allem durch Zukäufe hat der frühere McKinsey-Berater Niemeyer gemeinsam mit dem persönlich haftenden Gesellschafter der Schmolz + Bickenbach KG, Michael Storm, in nur fünf Jahren den Umsatz auf 4,1 Milliarden Euro verzehnfacht, den Betriebsgewinn (Ebit) auf 328 Millionen Euro sogar mehr als verzwanzigfacht.

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