Spielzeughersteller
Ravensburger: Brettspiele sind krisenfest

Im Aufschwung ging es nur langsam nach oben, im Abschwung wird der Mittelständler nur wenig leiden: Mit überraschenden Produkten will der Spielzeughersteller Ravensburger der Krise vorbeugen. Wie Brettspiele und Kinderbücher auch in Zeiten des allgemeinen Abschwungs für ein berechenbares Geschäft – und für Gewinne sorgen.

RAVENSBURG. Wer es als Wirtschaftsführer in Oberschwaben zu etwas gebracht hat, der sitzt im Beirat der Kreissparkasse Ravensburg. So wie Karsten Schmidt. Was der Chef des Spieleverlags Ravensburger in diesen Tagen von seinen Kollegen aus den anderen Unternehmen hört, ist alles andere als erfreulich. Immer mehr Firmen brechen die Aufträge weg.

Schmidt dagegen kann nichts Schlechtes berichten: „Ich rechne mit einem ganz normalen Weihnachtsgeschäft“, beteuert der Manager mit dem schneeweißen Haar. Das, obwohl Ravensburger sein Geld mit Produkten verdient, die seit Jahrzehnten im Kern unverändert sind: Brettspiele sowie Kinder- und Jugendbücher.

Im Boom der vergangenen Jahre war Ravensburger kaum für Schlagzeilen gut. Der Umsatz kletterte Jahr für Jahr um ein, zwei Prozent. Ein Klacks im Vergleich zu anderen Mittelständlern. In der Rezession dürften die Schwaben erneut kaum für Aufsehen sorgen. So wie es im Aufschwung nur langsam nach oben ging, so wird der Mittelständler jetzt auch vergleichsweise wenig leiden, erwartet Schmidt.

125 Jahre alt ist Ravensburger dieses Jahr geworden. Wenn es nach den sieben Eigentümern geht, dann wird der Spielzeughersteller auch den 150. Geburtstag in Familienbesitz feiern. Das Unternehmen ist zwar eine Aktiengesellschaft. Doch die Anteile gehören den Erben der Gründerfamilie Maier. Oberstes Ziel ist der „Fortbestand des Familienunternehmens“.

So steht es auch in den Unternehmensgrundsätzen. Hektische Sparmaßnahmen mit Fabrikschließungen und Massenentlassungen, wie sie derzeit angesichts der Wirtschaftsflaute in vielen Konzernen zu beobachten sind, kommen deshalb für Manager Schmidt nicht infrage. Die seien auch gar nicht nötig, urteilt der 52-Jährige. Der Firmenlenker greift am liebsten zum Filzstift, um seine Strategie für die Krise zu erläutern. Der stämmige Mann mit der sanften Stimme zeichnet dann ein Dreieck. Auf der einen Seite sind die Kunden, auf der zweiten die Lieferanten und auf der dritten die Finanzmärkte. In der Mitte liegt Ravensburger.

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