Spitzentechnologien aus Deutschland weltweit gefragt
Voller Energie im Auslandsgeschäft

Saubere Energie aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse: Nicht nur europäische Regierungen machen ernst und fördern die Nutzung regenerativer Energiequellen. Spitzentechnologien aus Deutschland sind weltweit gefragt und eröffnen Unternehmen der Branche vielfältige Chancen.

KÖLN. Seitdem Klimawandel und Energiesicherung zu Lieblingsthemen der internationalen Politik avanciert sind, wächst auch die Beliebtheit der erneuerbaren Energien weltweit in schnellem Tempo. Immer mehr Regierungen legen ambitionierte Förderprogramme auf und treiben den Ausbau des Sektors voran. Deutschen Branchenunternehmen eröffnen sich aufgrund ihrer starken Marktstellung exzellente Geschäftschancen. Die Erschließung neuer Abnehmerkreise im Ausland bietet zugleich die Möglichkeit, unabhängiger von der Entwicklung des Heimatmarkts zu werden.

Die Chancen des Auslandsgeschäfts haben deutsche Hersteller von Windkraftanlagen schon früh erkannt. Im Krisenjahr 2003, als das Neuanlagengeschäft in Deutschland kräftig zusammenschrumpfte, musste sich die hiesige Windbranche schnell nach neuen Absatzmöglichkeiten umsehen. Die wachsende Beliebtheit der deutschen Windtechnik im Ausland kam ihr dabei zu Hilfe.

Heute steht die deutsche Windkraftindustrie dank ihrer guten internationalen Marktposition hervorragend da. Über drei Viertel ihres Umsatzes haben die deutschen Anlagenhersteller und ihre Zulieferer 2007 im Ausland erwirtschaftet. Innerhalb von nur fünf Jahren konnte die Exportquote mehr als verdoppelt werden. Mit einem Weltmarktanteil von rund 38 Prozent profitieren die deutschen Unternehmen besonders stark von dem weltweiten Windenergieboom.

Als Paradebeispiel für die Neuorientierung der Branche gilt der norddeutsche Anlagenbauer Nordex. 2003 geriet die Firma in eine existenzbedrohende Krise: "Unternehmerische Fehler in den vorangegangenen Jahren des schnellen Wachstums und ein Wegbrechen unserer Absatzmärkte brachten uns an den Rand der Insolvenz", erklärt der Vorstandsvorsitzende Thomas Richterich. Hinzu kamen Probleme mit einer unausgereiften Anlagentechnik, die das Kundenvertrauen weiter schwinden ließen.

Eine tief greifende Restrukturierung war notwendig, in der das Unternehmen seine Hausaufgaben machte: Technik und Service wurden verbessert, interne Prozessprobleme gelöst. "Gleichzeitig haben wir unser Auslandsgeschäft neu geordnet und uns auf Schwerpunktmärkte konzentriert, in denen wir nachhaltig einen zweistelligen Marktan- teil erreichen können", sagt Richterich. Die Neuaufstellung der Aktiengesellschaft fand auch bei neuen Investoren Anklang. Sie versorgten die Norderstedter mit frischem Kapital.

Als die Märkte dann 2005 endlich anzogen, war Nordex wieder auf Kurs. Die Neuausrichtung zahlte sich aus: "Heute kommen etwa 94 Prozent unserer Aufträge im Anlagenneugeschäft aus dem Ausland. 2003 waren es noch weniger als die Hälfte", legt Richterich dar. Damit ist der Anlagenbauer mittlerweile weitgehend von der Entwicklung im schwächelnden deutschen Markt unabhängig. "Wichtiger ist für uns inzwischen das Geschehen in Frankreich, wo wir Marktführer sind, im Vereinigten Königreich oder in Italien. Dort lassen sich zurzeit mit Windenergie bessere Profite erzielen als in Deutschland."

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