Sponsoring
Österreichs Ski-Team gewinnt mit Hirsebrei aus Deutschland

Der Münsteraner Mittelständler Jentschura sponsert den Skiverband aus dem Nachbarland und ist damit eine Ausnahme: Sonst entscheiden sich vor allem große Unternehmen für Sponsoring im Skisport. Die österreichischen Sportler schwören auf die Produkte des Familienunternehmens.
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WIEN. Audi, Iglo, Telekom Austria - in aller Regel sind es nur große Namen, die sich für das Sponsoring im Skisport entschieden haben. Meist geht es auch um viel Geld: Mit Millionenbeträgen lassen sich die Skiverbände für die Werbekooperation mit großen Konzernen bezahlen. Doch es gibt Ausnahmen, auch mittelständischen Unternehmen gelingt der Einstieg in den Skisport. Eine dieser Ausnahmen ist die Jentschura-International GmbH aus Münster. Der Mittelständler (100 Mitarbeiter, zehn Millionen Euro Jahresumsatz) kooperiert mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und beliefert die Spitzensportler aus der Alpenrepublik mit besonders energiereichen Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten.

"Wir bezahlen kein Geld dafür, das ist eine echte Partnerschaft mit dem ÖSV", versichert der kaufmännische Leiter des Familienunternehmens, Roland Jentschura. Schon im dritten Jahr sind die Münsteraner "Offizieller Berater und Ausrüster" des Verbandes. Beide Seiten hätten sich zu schätzen gelernt, "das beruht auf Gegenseitigkeit". Vom ÖSV kommt das Lob tatsächlich zurück. "Unsere Athleten profitieren von den Jentschura-Produkten", unterstreicht Hans Pum, Chef des österreichischen Alpin-Teams. In der vergangenen Saison hätten die Produkte aus dem Münsterland zum guten Abschneiden der Skisportler beigetragen.

Hauptprodukt des Familienunternehmens ist Morgenstund, ein energiereicher, aber leicht verdaulicher Hirsebuchweizenbrei. Für Hochleistungssportler ist das genau das richtige Frühstück: Nach einer solchen Mahlzeit wird ihnen kontinuierlich Energie bereitgestellt, die sie im Wettkampf abrufen müssen. Jentschura hat sich zudem auf das Thema Regeneration spezialisiert. Spezielle basische Badesalze aus Münster sorgen dafür, dass sich die Skisportler nach Slalom oder Abfahrt wieder erholen können.

Die Zielsetzung des Unternehmens ist klar: Wenn die ÖSV-Sportler mit Unterstützung von Jentschura-Brei und-Badesalzen erfolgreich sind, soll das den Absatz über Reformhäuser und Drogerien ankurbeln. Jentschura-Firmenzeichen werden im Unterschied zu Audi oder Iglo allerdings nicht bei den Fernsehübertragungen zu sehen sein. "Weil man dann richtig viel für das Sponsoring bezahlen muss", sagt Roland Jentschura. Ein mittelständisches Unternehmen könnte die hohen Beträge für das große Markensponsoring überhaupt nicht aufbringen. Deshalb reicht es den Münsteranern, wenn sich die besonderen Eigenschaften ihrer Produkte vom Hochleistungssport langsam zur normalen Kundschaft herumsprechen.

Außer im Skisport engagiert sich das Familienunternehmen noch bei Mountainbikespitzenteams, im Triathlon und im Laufsport - also meistens Ausdauer- und Kraftsportarten. Auch dort ist es wichtig, dass dem Akteur kontinuierlich Energie bereitgestellt wird. Außerdem sind die Grenzen zum Breitensport bei diesen Sportarten fließend, Jentschura hofft so auf zusätzliche Geschäfte.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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