Staatliche Exportgarantie
Hermes-Plus schützt Exporteure

Bundesgedeckte Exportgarantien schützen Unternehmer bei Auslandsgeschäften. Begleichen Geschäftspartner ihre Rechnungen nicht, springt der Staat ein. Mit dem Konjunkturpaket II hat die Bundesregierung die Ausfuhrdeckung sogar noch erweitert.

HB KÖLN. Die Herborn aus Ginsheim-Gustavsburg im Rhein-Main-Gebiet ist weltweit einer der wenigen Hersteller von Recycling-Anlagen für Leuchtstofflampen. Als sich ein koreanischer Lampenhersteller an die Spezialisten aus Deutschland wandte und gleich fünf Maschinen bestellte, beantragte Geschäftsführer Thomas Herborn zum ersten Mal eine Hermesdeckung. Die sollte sein Unternehmen beim risikoreichen Export in den Fernen Osten vor Zahlungsausfall schützen: "Die Sicherheit, dass die Lieferung auf jeden Fall bezahlt wird, ist gerade für Mittelständler eine große Hilfe", sagt Herborn.

Ziel der staatlichen Exportgarantien, die landläufig als "Hermesdeckung" bekannt sind, ist es, Exporteuren das Risiko des Auslandsgeschäfts abzunehmen. Mit der Vergabe der Ausfuhrdeckung hat der Bund die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG beauftragt, der die staatliche Zahlungsgarantie auch ihren Namen verdankt. Kann oder will ein ausländischer Kunde die Rechnung nicht bezahlen, springt der deutsche Staat ein und überweist die Auftragssumme abzüglich eines Selbstbehalts. Für diese Garantie zahlt der Unternehmer eine Versicherungsprämie. Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe können oft erst mit Hilfe von Hermesdeckungen Aufträge aus risikoreichen Ländern annehmen.

Um in den Genuss der staatlichen Exportkreditgarantie zu kommen, müssen Mittelständler lediglich ein Antragsformular einreichen. Nur bei einem Auftragswert von über 15 Millionen Euro fordert Euler Hermes einen ausführlichen Bericht zum Geschäft. Voraussetzung für die Deckungsübernahme ist, dass das Geschäft förderungswürdig ist - also zum Beispiel Arbeitsplätze im Inland sichert. Zweites Kriterium ist das mit dem Auftrag verbundene Risiko. Das hängt nicht nur von der Bonität und dem Zahlungsverhalten des ausländischen Bestellers ab, sondern auch von wirtschaftlichen und politischen Faktoren. Ist die Forderung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einzutreiben, springt der Staat auch nicht ein

.

Um die Exportwirtschaft zu stärken, hat der Gesetzgeber die Hermesdeckung mit dem Konjunkturpaket II aber erweitert. Das nützt auch mittelständischen Unternehmen: "Ein Drittel aller Anträge kommt aus dem Mittelstand", weiß Ruth Bartonek von Euler Hermes. "Das sind etwa 30 000 Anträge pro Jahr." Würde der Staat die Unternehmen nicht durch die erweiterte Ausfuhrdeckung absichern, müssten viele Mittelständler die über Jahre gewachsenen Beziehungen zu ihren ausländischen Kunden in der jetzigen Krise kappen, sagt die Expertin.

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