
DÜSSELDORF. Vier von fünf Franzosen sagen in einer Umfrage, dass "die Dinge immer schlimmer werden". Das Vertrauen in die Fähigkeiten der Regierung ist gering. Der Arbeitslosigkeit ist hoch und ein Mittel dagegen scheint keine Partei zu haben. Frankreichs Problem, so glaubt der angesehene Wirtschaftsrat "Conseil d'analyse économique" (CAE), ist die Struktur der Unternehmenslandschaft. Denn Frankreich fehle eben so ein breiter Mittelstand, wie ihn Deutschland hat: "In Frankreich fehlen 10000 Firmen á 300 Mitarbeiter", schrieb der Wirtschaftsrat jüngst, der auch Präsident Sarkozy berät. "Hätten wir diese drei Millionen neuen Beschäftigte: all unsere wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Probleme wären gelöst."
Henrik Uterwedde, stellvertretender Direktor Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg, sagt: "Die Schwäche des Mittelstandes, sowohl was die Zahl der mittleren Unternehmen als auch ihre Dynamik betrifft, wird mittlerweile in jedem Bericht über den Zustand der französischen Wirtschaft beklagt." Das sei ein Hauptgrund für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit unseres Nachbarlandes und mache sich auch in einer geringeren Beschäftigungsdynamik und Innovationsfähigkeit bemerkbar. Die französischen mittelständischen Unternehmen sind auch weit weniger exportorientiert als in den Nachbarländern, so Uterwedde.
In Deutschland haben mittelständische Firmen in der jüngsten Wirtschaftskrise dagegen bewiesen, dass sie tendenziell eher auf Stellenstreichungen verzichten als börsennotierte Unternehmen. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, betont: "Eine Analyse der 500 größten Familienunternehmen hat gezeigt, dass diese im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen eher Beschäftigte erhalten und zum Teil sogar aufgebaut haben."
Doch warum hat Frankreich keinen "Mittelstand allemand"? Die Antwort auf diese Frage findet sich in der Geschichte, vor allem in den Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. "Nach 1945 hat Frankreich den Weg einer überwiegend staatsgeleiteten Modernisierung "von oben" eingeschlagen, der das Heil in der Bildung von Großunternehmen suchte und Konzentrationsprozesse förderte. Die Modernisierungspolitik war ganz auf diese - staatlichen oder privaten - Konzerne ausgerichtet; dabei wurden kleine und mittlere Unternehmen sträflich vernachlässigt", erklärt Henrik Uterwedde.
In Paris würde die neue Industriestruktur am Reißbrett entworfen, Schlüsselindustrien entwickelt. Heute spricht man von "nationalen Champions". Die Staatsspitze drängte auf Zusammenschlüsse, ein Beispiel ist die Fusion von Renault und Peugeot 1975. Es entstand eine moderne Großindustrie mit Schwerpunkten in der Autoindustrie, der Luftfahrt und dem Energiesektor.
Dahinter kommt sehr lange gar nichts. Betriebe mit Größen von 5000, 500 oder 50 Mitarbeitern gibt es in Frankreich deutlich weniger als in Deutschland - gerade einmal 1700 Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Dass in Deutschland mit 3,1 Mio. Betreiben nur unwesentlich mehr Firmen aktiv sind als in Frankreich (2,9 Mio.), täuscht: "Die Statistik ist irreführend, weil fast 92 Prozent aller französischen Unternehmen weniger als zehn Mitarbeiter haben", erklärt Hennerkes. Frankreichs Problem ist, dass diese Kleinstbetriebe kaum neue Arbeitsplätze schaffen.
Völlig korrekt: Citroen und Peugeot haben fusioniert, daraus entstand der PSA Konzern. Ein grober Schnitzer, liebe Redaktion.
Schade, das das nicht zum Allgemeingut in Deutschland gehört. Sämtliche Parteien des linken Spektrums versuchen diesen Mittelstand zu zerstören. betreiben primär Konzernförderung und eine konzernfreundliche zentralistische Wirtschaftspolitik, kein Wunder das unsere Probleme denen Frankreichs ähnlicher werden, auch wenn die traditionell starke Rolle des Mittelstandes nicht so schnell zerstört werden kann.
An die Redaktion,
Fusion 1975 Renault und Peugeot ? Sie meinen doch Citroen und Peugeot (PSA) oder ist mir da etwas entgangen ?
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