Mittelstand
Stahlpreis drückt Gewinn von Würth

Das Betriebsergebnis des schwäbischen Schraubenhändlers sank um 1,5 Prozent, vor allem das Geschäft in den USA schwächelt. Das Unternehmen hat gleich mti einemg anzen Bündel negativer Einflüsse zu kämpfen - sieht sich selbst aber gut aufgestellt.

STUTTGART. Der weltgrößte Schraubenhändler Würth hat im ersten Geschäftshalbjahr 2008 wegen hoher Stahlkosten und des lahmenden US-Geschäfts einen Ergebnisrückgang verbucht. Das Betriebsergebnis sank per Ende Juni um 1,5 Prozent auf 316 Mill. Euro, teilte der schwäbische Handelskonzern mit. In den USA seien Umsatz und Ertrag rückläufig gewesen, sagte eine Sprecherin. Würth habe die höheren Einkaufskosten infolge der gestiegenen Stahlpreise nur zum Teil über höhere Verkaufspreise an die Kunden weitergeben können. Mit der Geschäftsentwicklung zeigte sich Würth vor dem Hintergrund der schwierigen Weltwirtschaftslage insgesamt zufrieden. „Durch die breite Aufstellung können wir Marktschwankungen ausgleichen“, betonte Würth-Chef Robert Friedmann.

Der Umsatz des Konzerns mit gut 65 000 Beschäftigten und rund 400 Töchtern in 86 Ländern kletterte weltweit um 6,6 Prozent auf 4,56 Mrd. Euro. Der starke Wechselkurs des Euro fiel dabei ins Gewicht, obwohl bei Würth die meisten Kosten in den jeweiligen Landeswährung anfallen: In konstanten Wechselkursen gerechnet wäre von Januar bis Juni 8,2 Prozent mehr umgesetzt worden. Der in Familienbesitz befindliche Konzern erwirtschaftet gut 40 Prozent seiner Erlöse in Deutschland, wo das Geschäft mit einem Umsatzplus von knapp zehn Prozent auf 1,85 Mrd. Euro gut lief.

Bis Jahresende rechnet Friedmann einem Anstieg des Umsatzes auf 9,2 Mrd. Euro, was einer Steigerung um 8,4 Prozent entsprechen würde. Ungeachtet dieses Anstieges soll das Ergebnis auf Höhe des Vorjahres verharren. 2007 hatte Würth mit rund 575 Mill. Euro 13 Prozent mehr verdient. Der Umsatz war im vergangenen Jahr um 9,5 Prozent gestiegen. Grundsätzlich strebt der Konzern jährlich zweistellige Wachstumsraten an. Beiratschefin Bettina Würth will Würth binnen zehn Jahren auf 20 Mrd. Euro bringen.

Keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte das im Mai eingestellte Steuerverfahren. „Die Rückstellungen für die Nachzahlungen wurden bereits im vergangenen Jahr gebildet“, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen machte wie in der Vergangenheit keine Angaben über die Höhe der diesbezüglichen Rückstellungen wie über die Höhe der Nach- und Strafzahlungen. Schätzungen gehen in zweistellige Millionebeträge. Die Finanzbehörden hatten unter anderem die konzerninterne Verrechnung von Leistungen moniert. Firmenpatriarch Reinhold Würth übernahm im Mai die Verantwortung, da er das Unternehmen in der fraglichen Zeit von 1998 bis 2004 führte. Der angesehene Unternehmer und Mäzen ist wegen der hohen Geldstrafe seither vorbestraft.

mit Reuters

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