Stahlrohrindustrie
Erfolg mit dem Prinzip Brotkugelrolle

Rohr ist nicht gleich Rohr. Leicht, hart, flexibel, dünn, dick, hitzeresistent – so unterschiedlich wie die Anforderungen an die Produkte sind auch die Unternehmen der Stahlrohrindustrie. Speziell gefertigte Stahlrohre tun auf Ölfeldern und in Kraftwerken ihren Dienst. Die Branche wächst trotz Krise

KÖLN. Die Branche profitierte in den vergangenen Jahren von wachsender Nachfrage aus China und aus dem Energiesektor, rund 100 Mio. Tonnen Stahlrohre werden mittlerweile weltweit jährlich produziert. Zwar trifft nun auch die Finanzkrise Rohrbauer, vor allem Hersteller von Präzisionsstahlrohren, die den Nachfrageeinbruch in Autoindustrie und Bauwirtschaft spüren. Der Markt für Ölfeld- und Kraftwerksrohre hingegen boomt weiterhin.

„Die Auftragsbücher sind in den energiebezogenen Marktsegmenten teilweise bis über das Jahr 2010 hinaus gefüllt“, berichtet Knut Krempien, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre. Auch für die fernere Zukunft muss sich dieser Branchenzweig keine Sorgen machen: Langfristig erwartet der Experte ein weiterhin hohes Investitionsniveau in der Öl- und Gaswirtschaft und im Kraftwerksbau.

Bohr-Rohre wühlen sich auf der Suche nach dem Öl tief in den Boden hinein. Noch während das Loch entsteht, wird mit dem so genannten Casing begonnen: Futterrohre kleiden das frisch gebohrte Loch aus und sorgen so für Stabilisierung. Durch spezielle Steigrohre gelangt das Öl an die Oberfläche. „Im gesamten Offshore-Bereich ist es üblich, nahtlose Rohre zu verwenden“, sagt Wolfgang Freitag vom Rohrbauspezialisten Vallourec und Mannesmann. „Die Leitungen müssen hier besonders belastbar sein. Da sind zum einen der Außendruck durch das Wasser und zum anderen der Innendruck des Mediums. Zum Teil müssen die Rohre noch dazu hohe Temperaturunterschiede aushalten.“

Doch nahtlose Rohre, die durch ihr Fertigungsverfahren keine Schweißstellen haben, können noch mehr: So sind sie besonders flexibel, weshalb sich mit Hilfe von Spezialrohren regelrecht um die Ecke bohren lässt. „Ein 90-Grad-Winkel ist das allerdings nicht“, konkretisiert Freitag: „Eher eine J-Kurve.“ Und er hat auch ein weiteres Beispiel für die Biegsamkeit des ungeschweißten Stahls zur Hand: „Bei Offshore-Pipelines werden die Rohre von einer Rolle direkt auf den Meeresgrund abgerollt.“

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