Standardisierte Finanzierung ist stark gefragt
Frisches Kapital strömt in den Mittelstand

Umfragen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und des Allensbach-Instituts zeigen, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Mittelständler Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung hat. Ohne ausreichende Finanzierung werden jedoch immer mehr Firmen an Wachstumsgrenzen stoßen oder Probleme bei der Konsolidierung bekommen.

HB DÜSSELDORF. So lautet die Schlussfolgerung des Forums Mittelstandsfinanzierung. Wolle sich die deutsche Wirtschaft wieder positiv entwickeln, gelte es, Wachstum, Marktbearbeitung und Innovationen der Unternehmen mit modernen Methoden zu finanzieren, fordern mittelständische Unternehmen. So setzt der Mittelstand auf von den Kapitalmärkten kommende Lösungen. Seit kurzem kann der deutsche Mittelstand in der Tat wieder auf neue und innovative Formen der Kapitalbeschaffung hoffen. Wo sich deutsche Banken in der Vergangenheit bei Finanzierungsinitiativen sehr schwer getan haben, hat der Schweizer Finanzdienstleister Capital Efficiency Group gemeinsam mit der Hypo-Vereinsbank einen Weg gefunden, dem Mittelstand via Private Equity frisches Kapital zur Verfügung zu stellen.

Die Initiatoren der mit PREPS (Preferred Pool Shares) bezeichneten Private-Equity-Instrumente haben dem Mittelstand mit zwei Mezzanine-Instrumenten in einer zweiten Tranche insgesamt mehr als 600 Mill. Euro zur Verfügung gestellt. Damit hat sich das Volumen einer zu Beginn des vergangenen Jahres begebenen ersten PREPS-Emission mehr als verdoppelt. Deutschen Mittelständlern öffnete sich mit dieser Transaktion erstmals der direkte Zugang zum internationalen Anleihenmarkt. „Nur so lässt sich der Aufschwung in Deutschland nachhaltig finanzieren“, sagt Oliver Reisinger von HVB Corporate & Markets.

Beschafft wurde das Kapital für den Mittelstand durch die Emission von PREPS über den internationalen Kapitalmarkt. Die kapitalsuchenden mittelständischen Gesellschaften haben Genussrechtsvereinbarungen in einer Zweckgesellschaft gebündelt und diese dann als Ganzes durch Anleihen refinanziert. Die Anleihe wurde vornehmlich von institutionellen Investoren gezeichnet. Auf diese Weise wurde die Refinanzierung eigenkapitalähnlicher Finanzmittel für mittelständische Unternehmen auf den internationalen Kapitalmärkten ermöglicht. Der bei dieser Finanzierungsform erreichte hohe Grad an Standardisierung ermöglichte für die Kapital abrufenden Unternehmen niedrige Kosten und attraktive Konditionen. Der Präsident des Deutschen Groß- und Außenhandelsverbands Anton F. Börner lobt, dass „durch solche Transaktionen der unternehmerische Spielraum erhöht wird.“

„Die Resonanz ist überwältigend“, sagt Bernd F. Reuther, der geschäftsführende Direktor der Capital Efficiency Group.

Zum ersten Mal überhaupt sei es gelungen, ein standardisiertes Kapitalmarktprodukt zu kreieren, das Mittelständlern eigenkapitalähnliche Finanzmittel zur Verfügung stellt. Die Emission wurde in drei Tranchen und mit einer unterschiedlichen Bonitätsbewertung von Aaa/AAA (Moodys bzw. Fitch) und Aa3/A+ sowie als nachrangige Anleihe (Junior Note) mit einer Laufzeit von je sieben Jahren angeboten. Die Junior Note wurde durch JP Morgan in Anlagezertifikate verbrieft und von Credit Suisse platziert. Die anderen Kapitalzeichner für die PREPS-Emission waren Versicherungen, Banken und Investmentfonds in 15 Ländern. Die an dieser Finanzierung beteiligten 66 deutschen und ein österreichisches Unternehmen weisen eine Bilanzsumme von mehr als zehn Mrd. Euro und einen Umsatz von über 16 Mrd. Euro auf.

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