Stark steigende Dieselkosten
Auf Transportlogistikbranche rollt Insolvenzwelle zu

Viele kleine und mittelständische Transportlogistikunternehmen stehen aufgrund drastisch steigender Energiekosten mit dem Rücken zur Wand. Herbert Götz, Präsident des Logistikverbandes BWVL, prophezeit sogar eine gewaltige Insolvenzwelle. Die Hauptursache sieht er in den niedrigen Transportpreisen.

agr DÜSSELDORF. „Das kann angesichts der stark steigenden Dieselkosten nicht gut gehen“, sagt Herbert Götz, Präsident des Logistikverbandes BWVL. So empfiehlt denn der Brummi-Verband BGL seinen Mitgliedern: „Lieber stehen als Pleite gehen“. Bevor Aufträge übernommen würden, bei denen die Kosten nicht gedeckt sind, sollten diese ihre Kapazitäten verkleinern. In dieser Lage gebe es keinen anderen Ausweg, als unverzüglich mit den Auftraggebern einen Ausgleich zu suchen, meinte BGL-Präsident Hermann Grewer. Diese könnten jeden Tag an den Tankstellen neue Rekordpreise für Dieselkraftstoff ablesen und nachvollziehen, dass niemand solche Kostensteigerungen „intern wegdrücken“ könne. Transportunternehmen, denen es nicht gelingt, die Mehrausgaben an die Kunden weiterzugeben, werden nach Ansicht des BGL aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten kurzfristig aus dem Markt ausscheiden.

Gerade die großen Unternehmen neigen nach Ansicht von Branchenexperten dazu, die Angebote der Mitbewerber zu unterbieten. Marktanteile würden oft durch niedrige Preise gekauft, bestätigt Sebastian Kummer, Logistikprofessor an der Uni Wien. Denn ein großer Fuhrpark will ausgelastet werden. Beispiele für Megaflotten sind der französische Konzern Norbert Dentressangle mit 5 500 LKW, die niederländische Vos-Gruppe mit 3 000 LKW, Waberers aus Ungarn oder Willi Betz aus Deutschland mit jeweils 2 500 LKW.

Große Spediteure wie die Post-Tochter DHL hingegen arbeiten zumeist mit Subunternehmern, die die höheren Kosten tragen. „Wenn uns die höheren Kosten berechnet werden, geben wir sie an unsere Kunden weiter“, sagte ein DHL-Sprecher.

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