Starke Konzentration auf Standort Deutschland
Familienbetriebe laut Umfrage bei Gewinn und Jobs stark

Familienbetriebe sind einer Umfrage zufolge stark bei Rendite und als Jobmotor in der Region, aber zurückhaltender bei Forschung und Innovationen.

HB KÖLN. Zwar sorgten Familienunternehmen selten für Schlagzeilen wie derzeit die fränkische Firma Schaeffler, die den Dax-Konzern Continental übernehmen will. Von allen Unternehmen werden aber mehr als 90 Prozent von einem einzelnen Inhaber oder einem Familienclan geführt, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Dienstag in Köln nach einer Befragung von fast 6 100 Unternehmen betonte.

Familienbetriebe erzielten laut IW einen höheren Gewinn als andere Unternehmen: Von 2004 bis 2006 schafften 20 Prozent im Schnitt eine Umsatzrendite nach Steuern von mehr als zehn Prozent, bei den anderen Firmen gelang dies nur 13 Prozent. Die Einzelunternehmer müssen vom Gewinn aber noch ihr eigenen Einkommen bestreiten. Im Zeitraum von 2004 bis 2006 schufen die Familienunternehmen laut Studie rund 300 000 Stellen mehr als die anderen Firmen. Bei den Innovationen und vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung (F+E) sieht die IW - Untersuchung aber bei den Eignerfirmen Defizite. Nur bei der Industrie hätten die Familienbetriebe die Nase in Sachen F+E leicht vorn.

Familienunternehmen hängen besonders stark am Standort Deutschland und sind selten global aufgestellt, heißt es in der Studie, mit der das arbeitgebernahe IW "Licht ins Dunkel" der Familienbetriebe bringen will, über die noch recht wenig bekannt sei. Über 95 Prozent ihres Umsatzes erzielen die von ihren Besitzern geführten Industriebetriebe mit Produkten, die in Deutschland hergestellt werden. Der Auslandsanteil betrage nur 4,9 Prozent, bei den übrigen Industriebetrieben dagegen 7,5 Prozent. 40 Prozent der Familienfirmen wollen zudem an ihrem Stammsitz expandieren.

Sie exportieren nur acht Prozent ihres Sortiments - im Gegensatz zu 16 Prozent bei den anderen Unternehmen. Auch hier ist die Lage allerdings bei Industrie-Nähe anders: Mittelständische Industrieunternehmen im Familienbesitz mit zehn bis 50 Mill. Euro Jahresumsatz kommen mit fast 32 Prozent auf eine deutliche höhere Exportquote als die Nichtfamilienbetriebe. Es gebe zudem auch pfiffige Familienunternehmen, die es vor allem mit Nischenprodukten zu Weltmarktführern geschafft hätten.

Der Ausblick der familiengeführten Unternehmen fällt dem IW zufolge mehrheitlich positiv aus. Gut 40 Prozent wollen am Stammsitz wachsen, 48 Prozent glauben ihre Größe am Heimatstandort halten zu können. Gut sieben Prozent befürchten ein Schrumpfen und mehr als vier Prozent sogar ein Aus.

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