Start-up
Mit der Holunder-Bowle zum Erfolg

Gerade an heißen Sommertagen wollen Restaurantbesucher nicht nur Bier oder Wein trinken. Abhilfe soll die sogenannte Bodden-Bowle schaffen. Wie das Start-up mit dem ungewöhnlichen Namen "Teuflisch lecker" Deutschlands Getränkekarten bereichern will.

HB. Es produziert für die Gastronomie zum Beispiel die Bodden Bowle, eine Holunder-Bowle in Flaschen mit fünf Prozent Alkohol. Damit besetzen die beiden Unternehmensgründer aus Schermbeck bei Wesel eine lukrative Marktlücke. Seit ihrem Start vor vier Jahren steigerten sie den Umsatz um 150 bis 200 Prozent jährlich. Und: "Wir planen, diese Zuwachsraten bis 2014 beizubehalten", hofft Gründer Bernd Dietrich, 52, der früher Dozent für Malerei an der Universität in Calgary in Kanada war.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Kulturwissenschaftlerin Hella Sinnhuber, 45, gründete Dietrich das Unternehmen, nachdem sie die Bodden Bowl im Rahmen eines Kunstprojekts kreiert hatten. Sie füllten das Getränk zunächst ohne finanzielle Ambition ab, denn sie verstehen es "als Kunstwerk zum Trinken - als flüssige Skulptur". Jeder, der die Bowle konsumiert, sollte " Teil der Kunst" werden, so der Plan der beiden Künstler. Und weil die Bowle als Kunstwerk guten Absatz fand, kamen die beiden auf die nächste Idee: Daraus ein Unternehmen zu machen. Finanzielle Unterstützung erhielten sie von der Fassadenbau-Unternehmerin Alice Schneider mit ihrer Firma Akku-Industrie-Service aus Oberhausen. Durch Zufall hatte Hella Sinnhuber die Unternehmerin kennengelernt - ihre Töchter haben denselben Reitlehrer. Alice Schneider war spontan begeistert und übernahm als Erstes direkt die Kosten der ersten Abfüllung. Das war eine große Hilfe, zumal die Sparkasse für größere Darlehen abgewinkt hatte. Für ihre ganzen Unterstützungen bekommt Alice Schneider 40 Prozent vom Gewinn.

Inzwischen liefert das Start-up vier verschiedene - alkoholische - Getränke. Die wichtigsten Produkte sind die Bodden Bowle und der Bodden Punch, 210 000 Liter füllen sie davon in diesem Jahr ab. Im Frühjahr verpackten Dietrich und Sinnhuber ihre Bowle zusätzlich in kleine 250-ml-Alu-Flaschen und vertreiben sie über ihren Online-Shop für drei Euro je Flasche. Zudem hat das Start-up jetzt auch Holunder-Geist und-Likör im Sortiment, vertreibt eigene Gläser und sogar eine Modekollektion.

Lag der Umsatz mit der Bowle 2006 noch bei rund 82 000 Euro, so erwirtschaftete das Start-up zwei Jahre später damit schon 260 000 Euro jährlich. "Dieses Jahr werden wir uns auf rund 500 000 Euro verbessern, im nächsten Jahr wollen wir dann die erste Million erwirtschaften", hofft Dietrich. Ziel des Duos ist es, das Unternehmen in fünf Jahren zu verkaufen, um mit dem Erlös eine Stiftung für ältere, unbekannte Künstler zu gründen. So wollen sie ihnen helfen, doch noch einen späten Durchbruch zu schaffen. 40 Prozent des Kaufpreises sollen an Alice Schneider gehen. Und dass sie ein gutes Händchen für Marketing haben, bewiesen sie ja bereits mit ihrer Bowle.

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