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Zucht-Trüffel für Gastronomen

Ein Kilo Trüffel ist teuer: Zwischen 1 000 bis 2 000 Euro müssen Feinschmecker auf den Tisch legen, um die begehrte Spezialität genießen zu können. Alexander Urban und Tony Pla aus Österreich verkaufen ihre Knollen zu einem deutlich günstigeren Preis. Sie haben sich auf Zucht der Edelpilze spezialisiert.

Feinschmecker müssen für Trüffel gehörig ins Portemonnaie greifen. Wer die begehrten Edelpilze verspeisen möchte, muss für ein Kilo Trüffel aus Frankreich oder Spanien schnell 1 000 bis 2 000 Euro für das Kilo auf den Tisch legen. Alexander Urban und Tony Pla aus Österreich dagegen verkaufen ihre Knollen zu einem deutlich günstigeren Preis. Wer den beiden ein Kilogramm Trüffel aus der Wiener Umgebung abnimmt, kommt dafür mit 700 Euro schon deutlich billiger davon. Allerdings könnten sie derzeit noch nicht jeden Kunden beliefern - ihre geerntete Trüffelmenge ist noch ziemlich klein. Urban und Pla - ein Österreicher und ein Franzose - sind die Gründer eines jungen Start-up-Unternehmens namens Trüffelgarten. 2004 startete ihre Firma als Gründung aus der Universität Wien heraus. Urban und Pla verkaufen Trüffelbäume für diejenigen, die es selbst mit der Edelpilz-Zucht versuchen wollen, und haben jetzt auch die ersten eigenen österreichischen Trüffel im Angebot.

Die Trüffel aus der Wiener Umgebung haben es in sich. "Die ganze Geschichte ist sehr langfristig - in diesem Geschäft muss man in Jahrzehnten denken", erzählt Unternehmensgründer Alexander Urban. Trüffel sind zwar immer wieder in Österreich nachgewiesen worden, haben aber längst nicht die Verbreitung wie in den klassischen Trüffelländern Frankreich oder Italien. Urban und Pla mussten erst mal Felder ausfindig machen, wo die Edelpilze überhaupt wachsen können. Und die Trüffel sind empfindliche Gewächse - ihre Zucht erfordert eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl und manchmal auch einfach Glück.

"Wir haben auch schon Lehrgeld bezahlt", erinnert sich Urban. Einige Male ist es seit der Unternehmensgründung passiert, dass die Trüffelbäumchen nicht so wollten wie die beiden Jungunternehmer. Das größte Problem: Urban und Pla mussten eine Methode finden, wie sie die Wurzeln der Bäumchen (Buchen, Eichen) mit den Trüffelsporen infizieren. Wie sie das machen, ist ihr Betriebsgeheimnis. Die jungen, ein bis zwei Jahre alten Bäume sind so etwas wie die Wirtstiere für den Trüffel. Wenn alles ideal verläuft, wachsen die Edelpilze im Wurzelwerk der kleinen Bäume zu verkaufsfähiger Größe heran.

Wenn alles gutgeht. Urban und Pla hat geholfen, dass sie eine ganze Menge von der Sache verstehen. Der 40-jährige Urban ist seit 15 Jahren im Geschäft, er ist promovierter Pilzkundler (Mykologe) und arbeitet noch heute als Assistent am Botanischen Institut der Wiener Universität. Tony Pla ist ausgebildeter Forstwirt und hat schon als Kind mit seinem Vater in seiner Heimat in den Pyrenäen Trüffel gesucht. Die beiden haben sich an der Hochschule kennengelernt und dort gemeinsam die Idee zur Gründung des Trüffelgartens geboren.

Ohne die Unterstützung durch die Universität hätte es die Firma wahrscheinlich nie gegeben. Mehrere Zehntausend Euro hat ein Gründerfonds der Uni Wien in den Trüffelgarten gesteckt. Gründerberatung, Büro, Projektkontrolle - all das gab es auch für den Trüffelgarten. Damit konnten Urban und Pla ihre Gewächshäuser anschaffen und die ersten kleineren Trüffel-Plantagen anlegen. Außerdem stecken natürlich eigenes Geld und jede Menge Eigeninitiative in dem Unternehmen. Für Vertrieb und Marketing haben sie nur wenig Geld. Mund-zu-Mund-Propaganda, erste Presseveröffentlichungen und die eigene Homepage müssen helfen. Urban ist wirklich froh darüber, dass es das Internet gibt: "Das Netz ist sehr wichtig. Es hat uns extrem geholfen, unseren Namen kostengünstig zu verbreiten", berichtet er.

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