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Gründer: Wenn Theorie auf Praxis trifft

Heute muss Inga Koster niemandem mehr erklären, was ein Smoothie ist. Das pürierte Obst in den kleinen Fläschchen hat den deutschen Markt erobert. Den Durchbruch des Kultgetränks verdanken Koster und Co. der Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb von NUK. Wettberwerbe helfen Gründern - aber die Realität hält sich oftmals nicht an die Planspiele.

KÖLN. Supermärkte und Discounter bieten die Obstpürees an, auch in Fitnesstudios, Tankstellen und Bars sind sie der Renner. Vor drei Jahren sah das noch ganz anders aus. Als Koster die Produkt-Idee gemeinsam mit zwei Studienkollegen beim Businessplan-Wettbewerb NUK in Köln vorstellte, kannte in Deutschland noch niemand das trinkbare Obstgemisch.

"Dass es uns gelungen ist, 2006 als erste Firma Smoothies in Deutschland einzuführen, verdanken wir auch der Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb von NUK", meint die heutige Co-Chefin von "True Fruits" rückblickend. Bestärkt durch ihren Erfolg beim Wettbewerb starteten die Zweitplatzierten gleich nach dem NUK-Sieg durch. "Bei der Preisverleihung steckten uns Berater, Banken und Investoren gleich reihenweise ihre Visitenkarten zu", erinnert sich Koster. "Also begannen wir, unseren Businessplan in die Tat umzusetzen."

Doch schnell war klar: Der Businessplan der branchenfremden BWL-Studenten funktionierte nur auf dem Papier. Die Realität hielt sich nicht an ihre Berechnungen. "Wir kannten die Abnahmestrukturen im Einzelhandel noch nicht. Und die großen Supermarkt-Zentralen waren skeptisch, ob wir die Produktion und Belieferung nach ihren Standards hinkriegen würden."

Die ersten Obstflaschen verkauften sie daher erst nach einiger Überzeugungsarbeit in einen freien Supermarkt vor Ort, der zwar zur Rewe-Kette gehörte, aber sein Sortiment unabhängig von der Zentrale zusammenstellen konnte.

Wie die Bonner Smoothie-Pioniere stellen viele Gründer bald nach dem Start in die Selbstständigkeit fest, dass die Realität anders aussieht als ihre Szenarioplanungen. Manchen Jungunternehmer wirft das aus der Bahn. Von fast 2000 Teams, die in den vergangenen zehn Jahren beim Kölner NUK-Wettbewerb ihre Businesspläne einreichten, sind nur rund 600 nachhaltig erfolgreiche Unternehmen übrig geblieben. Nur 30 Prozent der Businesspläne bestehen demnach den Realitätstest.

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