Statistik
Zahl der Firmenpleiten sinkt

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2005 zurückgegangen. Gleichzeitig stiegen aber die Verbraucherinsolvenzen an.

HB WIESBADEN. 19 153 Unternehmen meldeten Insolvenz an, das waren 3,9 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit gehen die Pleiten erstmals seit fünf Jahren deutlich zurück. Im Juni blieb die Zahl gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings unverändert.

Dagegen melden immer mehr Privatschuldner Zahlungsunfähigkeit an. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen schnellte im ersten Halbjahr um 41,5 Prozent auf 30 937. Die Statistiker verweisen dabei allerdings auf Gesetzesänderungen, die die Privatinsolvenzen vereinfacht haben und damit zu einem Anstieg der Zahlen führen. Rückschlüsse auf die Entwicklung bei der Zahl der überschuldeten Haushalte sind daher nicht möglich.

Die offenen Forderungen der Gläubiger lagen im ersten Halbjahr bei 18,3 Milliarden Euro, das waren 7,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Rund 60 Prozent der Forderungen betrafen Unternehmen.

Insolvenz-Experten hatten bereits damit gerechnet, dass für das Gesamtjahr 2005 mit einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um rund 3,2 Prozent auf 38 000 Fälle zu rechnen sei. Dennoch dürften Creditreform zufolge auch in diesem Jahr bis zu 580 000 Arbeitsplätze durch Pleiten bedroht sein.

Auch wertete die Wirtschaftsauskunftei den Rückgang nicht als Anzeichen für eine Verbesserung der konjunkturellen Lage. Vielmehr spiegele sich darin die vorsichtigere Kreditvergabe der Banken wider, die Unternehmen dazu zwinge, rechtzeitig vor einer Überschuldung die Segel zu streichen.

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