Statt Eigenkapital
Wie Mezzanine-Kapital die Bonität verbessert

Auch in Deutschland hat sich das Angebot von Mezzanine-Kapital (Mischform zwischen Eigenkapital und Fremdkapital) rasant entwickelt. Doch mit der stark wachsenden Produktvielfalt wird es für Mittelständler immer schwieriger, das für sie optimale Angebot zu finden.

Die Frage, ob Mezzanine-Kapital als wirtschaftliches Eigenkapital im internen Rating der Banken angerechnet werden kann, spielt bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Mezzanine-Produkt häufig eine große Rolle. Jetzt hat der Arbeitskreis „Ausbau Mittelstandsfinanzierung“ der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) eine Übersicht der relevanten Kriterien erstellt, die Mezzanine-Produkte erfüllen müssen, damit sie im Rahmen der internen Ratingverfahren der einzelnen Institute wie wirtschaftliches Eigenkapital anerkannt werden können.

Mezzanine-Kapital wird für Mittelständler vor allem deswegen attraktiv, weil es ihnen ermöglicht, wirtschaftliches Eigenkapital aufzunehmen, ohne dass den Unternehmern dadurch die unternehmerische Freiheit eingeschränkt wird. Zugleich kann dadurch die Aufnahme weiteren Fremdkapitals erleichtert werden. Schon seit mehreren Jahren haben die in der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) vertretenen Kreditinstitute verstärkt Anstrengungen unternommen, das Mezzanine-Angebot in Deutschland auszuweiten und dadurch das Finanzierungsinstrument Mezzanine breiten Unternehmensschichten zugänglich zu machen. Dies hat mit dazu beigetragen, dass sich der deutsche Mezzanine-Markt in den letzten Jahren beeindruckend entwickelt hat.

Bei Mezzanine-Produkten handelt es sich meist um Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen und Genussscheinkapital. In Deutschland ist in den letzten Jahren vor allem der Markt für verbriefbare standardisierte Genussscheine, rasant gewachsen. Genussscheine sind stimmrechtslose Wertpapiere mit Anspruch auf einen Gewinnanteil. Seit 2004 wurden im Rahmen dieser so genannten „Programm-Mezzanine“-Produkte Transaktionen über insgesamt fast drei Mrd. Euro durchgeführt. Der Markt entwickelt sich nach wie vor sehr dynamisch.

Damit wird das Angebot für die potentiellen Mezzanine-Nehmer natürlich vielfältiger, aber auch weniger überschaubar. Da Mezzanine-Kapital von den nachfragenden Unternehmen oftmals zur Optimierung der Bilanzstruktur in Erwartung einer Ratingverbesserung und zur Erweiterung des Finanzierungsspielraums eingesetzt wird, ist es für einen potentiellen Mezzanine-Nehmer sehr wichtig, Klarheit über die Beurteilung der angebotenen Mezzanine-Produkte durch die Kreditinstitute zu haben. Denn es kann vorkommen, dass ein Mezzanine-Produkt bei einem Kreditinstitut voll als wirtschaftliches Eigenkapital anerkannt wird, bei einem anderen jedoch nicht.

Was sind aber die maßgeblichen Kriterien, die Mezzanine-Produkte erfüllen müssen, damit sie in den internen Ratingverfahren der einzelnen Institute ratingstärkend wirken? Zur Lösung dieser Frage haben die an der IFD beteiligten Institute und kreditwirtschaftlichen Verbände gemeinsam eine Übersicht zu den am Markt relevanten Kriterien erstellt. Damit können die Unternehmen die richtigen Fragen an ihre Hausbank stellen, um die Konsequenzen der Nutzung von Mezzanine-Produkten besser abschätzen zu können.

Wie das Schaubild zeigt, ziehen die an der IFD beteiligten Kreditinstitute grundsätzlich zunächst drei Kriterien heran: die Längerfristigkeit der Kapitalüberlassung, die Kündigungsrechte sowie die Nachrangigkeit. Sind sie erfüllt, so geht das Mezzanine-Kapital als Nachrangdarlehen und. wirtschaftliches Eigenkapital in die individuellen Ratingverfahren der Institute ein. Ist eines der genannten drei Kriterien nicht erfüllt, wird das Mezzanine-Kapital von Kreditinstituten als Fremdkapital, das heißt als normaler Kredit eingestuft.

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