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Stefan Glänzer: "Von Tag eins an global denken"

Der Investor und Business-Angel Stefan Glänzer hat mit Jochen Mai und Michael Kroker über die mutlosen Europäer gesprochen. Warum es in Berlin einen Gründergeist gibt, der anderswo erst noch wachsen muss.

von Jochen Mai und Michael Kroker Quelle: Wirtschaftswoche Online
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg - Das Internet als Wirtschaftsraum haben die Europäer erst viel später entdeckt als die Amerikaner. Quelle: Reuters
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg - Das Internet als Wirtschaftsraum haben die Europäer erst viel später entdeckt als die Amerikaner. Quelle: Reuters

Herr Glänzer, Sie fordern eine stärkere Gründerszene für Europa, warum?

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Glänzer: Für unsere Wirtschaft ist es unverzichtbar ein gesundes Ökosystem zu schaffen, in dem nachhaltige und erfolgreiche neue Unternehmen entstehen. Vor allem solche, bei denen die Gründer keine Ambitionen haben, möglichst schnell eine lukrative Exit-Strategie zu finden und das Unternehmen gleich wieder zu verkaufen – womöglich sogar an einen amerikanischen Konzern. Meine Kinder verdienen etwas anderes, als eine rein amerikanisch geprägte Medienlandschaft. Das treibt mich wirklich an.

Das hört sich aber sehr patriotisch an. Warum gibt es denn keine deutschen oder europäischen Googles, Facebooks, Twitters?

Das ist dieselbe Frage wie: Warum gibt es keinen amerikanischen Fußballweltmeister? Die Amerikaner haben erst vor wenigen Jahren damit angefangen, sich für Soccer – wie der Fußball dort heißt – zu interessieren. Und wir haben hierzulande erst 1994 damit begonnen, das Internet als Wirtschaftsraum zu entdecken. Im Silicon Valley haben die großen High-Tech-Investments jedoch schon in den Sechzigerjahren begonnen. Dabei wurden bereits große Werte geschaffen, die zum Großteil wieder in neue Startups zurückgeflossen sind. Die Gründerszene dort ist heute in der siebten oder achten Generation. Bei uns dagegen sind in der ersten Welle noch viel zu kleine Werte entstanden, und seit dem Platzen der Dotcom-Blase ist davon auch nur wenig wieder in junge Startups investiert worden.

Und die Gründe dafür? Fehlt uns der Mut?

Dabei spielen ganz unterschiedliche Ursachen eine Rolle. Mut ist eine davon. Das geht vermutlich schon beim genetischen Pool der Amerikaner los. Als vor rund 200 Jahren zahlreiche Menschen in die neue Welt aufgebrochen sind, waren das nicht unbedingt die Konservativen, sondern die Risikofreudigen. Hinzu kommt die Erfahrung, die die Investoren dort über die Jahre gesammelt haben. Die wissen heute, wenn man ein gutes und skalierbares Geschäftsmodell hat, dann kann man damit nicht nur Firmen schaffen, die drei oder 30 Millionen wert sind, sondern solche, die einmal 30 oder gar 300 Milliarden Börsenwert generieren können.

  • 25.06.2011, 20:58 UhrAnonymer Benutzer: MaxPro

    Hmmm,... ricardo war doch mal ebay-kopist ähnlich wie die Samwer-Brüder, deren Hauptgeschäft es ist Silicon-Valley-Ideen nach D. zu kopieren und zu versilbern. Was wir brauchen sin Innovationen!

    Aber schön, wenn jemand eine andere Einstellung hat und Forscher, Freaks und Freibeuter unterstützen will. Dafür gibt es leider zuwenig risikofreudige Investoren im ängstlichen Deutschland.

    Hätte da eine Idee für ein permanentes Bootcamp im Uni-Umfeld. Sprich ein Cafe/Restaurant als dauerhafter Meeting-Point zum Wissensaustausch. Nicht nur für Fachidioten, sondern auch für die interessierten Anwohner, Investoren und Profs. Wissen ist Macht! Bildung tut Not!

    Haben nicht gerade Google & Co ihre ersten Finanzierungen in den talumgebenden Diners bewilligt bekommen?
    Contact: maxpro(at)gmx.de

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