Steigende Preise
Teurer Kraftstoffe und Maut: Kreative Auswege aus der Kostenfalle

Steigende Ausgaben für Diesel, Autobahn-Maut und Personal machen Transport- und Logistikunternehmen zunehmend mehr zu schaffen. Dennoch gibt es für die Spediteure Möglichkeiten, die Kostensteigerungen im Rahmen zu halten.

KÖLN. Der Logistiker Hellmann Worldwide Logistics bemüht sich im Moment besonders um kreative Lösungen. Denn der Transport wird immer teurer: „Allein die Treibstoffkosten sind von Juni 2005 bis Juni 2008 um satte 40 Prozent gestiegen“, sagt Klaus Hellman, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens. „Wir beobachten die Kostensteigerungen und reagieren darauf, um sie aufzufangen.“ So hält der Unternehmer etwa die Fahrzeugtechnik auf dem neuesten Stand. Zudem schult er seine Fahrer, damit sie spritsparend fahren.

Mit dem Problem steigender Preise ist Hellmann nicht allein. Zu den größten Kostentreibern gehören Kraftstoff, Personal und Lastwagen-Maut. „Vor allem reine Transportunternehmen sind davon betroffen, denn sie können die Mehrkosten nicht durch andere Dienstleistungen kompensieren“, sagt Andreas Voegele, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Con Moto Consulting.

Der Logistikexperte zählt drei Maßnahmen auf, mit denen Mittelständler die Steigerungen auffangen können: Unternehmen müssten ihre Produktpalette diversifizieren, sich schnell an geänderte Kundenwünsche anpassen und sich gegen steigende Kosten absichern.

Ihre Angestellten müssen sich Logistiker seit April 2007 zum Teil deutlich mehr kosten lassen. Seither gelten veränderte Lenk- und Ruhezeiten, das Be- und Entladen der Ware zählt zum Beispiel zur Lenkzeit. Die Fahrer müssen dadurch früher Pause machen. Ziel der neuen Vorschriften ist es, die Sicherheit beim Transport auf der Straße zu verbessern.

Ein weiterer Kostentreiber ergab sich aus der Mauteinführung im Jahr 2005. „Wir rechnen im Containertransport von und zu den Häfen mit Kostensteigerungen von 600 bis 1 000 Euro pro Monat und Fahrzeug“, sagt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von EKB Container Logistik.

Zum 1. Januar 2009 hat das Bundeskabinett eine Mauterhöhung von durchschnittlich 13,5 Cent auf 16, 3 Cent pro Kilometer beschlossen. Zudem wird die Maut nach Achszahl und Schadstoffklasse berechnet. Deshalb setzt EKB auf Lastwagen, die die Euro-5-Norm erfüllen. „Sie sparen nicht nur Mautgebühr, sondern auch drei bis vier Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer“, erklärt Weber.

Das Ausweichen auf Bahn, Schiff oder Flugzeug hilft nur bedingt, die Kosten im Griff zu behalten. Damit Güter per Bahn transportiert werden können, müssen Speditionen sie zum Beispiel zunächst per Lastwagen an einen Umschlagbahnhof liefern, wo sie per Kran auf einen Zug kommen. „Das Umladen frisst Zeit“, erklärt Norbert Rennings, Produktmanager bei Hellmann – oft bis zu zwei Stunden. Die Bahn lohnt sich deshalb in der Regel nur für Langstreckentransporte ab 500 Kilometern.

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