Steuerrabatt
Kanada und der Run auf die Baumärkte

Steuernachlässe für Renovierungen geben den Baumärkten in Kanada Auftrieb. Deutsche Unternehmen könnten davon besonders profitieren, denn Made in Germany hat in Kanada einen hervorragenden Ruf. Welche Produkte gefragt sind.
  • 0

TORONTO. Kanadas Baumarktbranche profitiert erheblich von Steuernachlässen für Häuser- und Wohnungsrenovierungen, die seit Ende Januar 2009 erhältlich sind. Das Förderprogramm läuft jedoch Ende Januar 2010 aus. Die Hoffnung richtet sich nun auf ein verbessertes Konsumklima, das sich bereits abzeichnet. Im bisherigen Jahresverlauf ist der Import von Handwerkzeugen zurück gegangen, was auch das fünfgrößte Lieferland Deutschland zu spüren bekommt.

Die relativ geringen Umsatzrückgänge auf dem Markt für Einzelhandelsprodukte zur Verbesserung von Wohnungen, auf Englisch retail home improvement, sind zu einem großen Teil auf das Steuererstattungsprogramm der Zentralregierung zurückzuführen. Seit Ende Januar 2009 erhalten Kanadier für Häuser- und Wohnungsrenovierungen im Wert von 1 000 bis 10 000 kanadischen Dollar (rund 6 400 Euro) Steuergutschriften von bis zu 1 350 kanadischen Dollar. Dieses Anreizprogramm dürfte in den ersten drei Quartalen 2009 für einen zusätzlichen Umsatz von 500 Millionen kanadische Dollar gesorgt haben, schätzen Einzelhändler nach Pressemeldungen.

Das Programm läuft jedoch zum 1. Februar 2010 aus und eine Verlängerung ist momentan noch nicht in Aussicht. Eine gewisse Marktabschwächung sei danach aufgrund vorgezogener Käufe im Rahmen des Steuerprogramms nicht auszuschließen, teilte die Baumarktkette Rona Inc. mit. Die entscheidende Frage lautet nun, ob eine Verbesserung des allgemeinen Konsumklimas zügig und kräftig genug einsetzt, um den Wegfall des Anreizes auszugleichen. Erste Anzeichen einer Erholung konstatiert Rona Inc. - laut Pressemeldungen - bereits im Herbst 2009.

Leichter Abwärtstrend bis 2010

Bislang ist der Do-it-yourself- und Home-Improvement-Markt aber trotz des Steuererstattungsprograms rückläufig, wenn auch nur leicht. So dürfte er 2009 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Damit erreicht der Markt, dessen Bandbreite sich von Vorhängen bis zu Werkzeugen erstreckt, ein Volumen von 39,3 Milliarden kanadische Dollar.

Der Abwärtstrend dürfte auch noch bis ins Jahr 2010 anhalten, schätzt Beverly Allen, Herausgeber des Fachverlages Hardlines Inc. Zuvor war der Markt an kräftige Zuwächse gewöhnt, so 2006 um 6,3 Prozent und 2007 um 4,7 Prozent. Im Jahr 2008 knickte der Umsatz erstmals um 1,5 Prozent ein, erläuterte die Expertin bei ihrem Vortrag vor deutschen Unternehmen in Toronto. Organisiert von der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer trafen sich in der Wirtschaftsmetropole Ende Oktober 2009 fünf mittelständische deutsche Hersteller von Heimwerker- und Baumarktbedarf mit Vertretern führender kanadischer Baumärkte.

Seite 1:

Kanada und der Run auf die Baumärkte

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Steuerrabatt: Kanada und der Run auf die Baumärkte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%