Stromversorgung
Privatisierungswelle in der Türkei

Die Türkei steht vor einer großen Privatisierungswelle in der Strombranche. Gerade für ausländische Investoren bieten sich dabei viele Möglichkeiten beim Betrieb der Netze und beim Neubau von Anlagen. Denn der Stromverbrauch in der Türkei wird in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

bfai ISTANBUL. Interessante Einstiegschancen ergeben sich in Verbindung mit der anstehenden Privatisierung der Verteilungsnetze in 21 Regionen. Darüber hinaus sollen zahlreiche von der Generaldirektion für Wasserwirtschaft DSI geplante kleinere Wasserkraftwerke nach dem Willen der Regierung von Privatfirmen errichtet und betrieben werden. Der Staat legt damit große Teile der Elektrizitätswirtschaft in private Hände.

Nach den Projektionen des nationalen Entwicklungsplans (2007-2013) wird die Stromnachfrage in der Türkei in den nächsten Jahren um durchschnittlich 8,1 Prozent pro Jahr steigen. Dies bedeutet eine Zunahme des Elektrizitätsverbrauchs von geschätzten 171,4 Mrd. kWh im Jahr 2006 auf 295,5 Mrd. kWh im Jahr 2013. Eine Intensivierung der Projekttätigkeit im Energiesektor ist somit erforderlich. Gemäß den Prognosen des Entwicklungsplans werden die Investitionen in den Energiesektor im Zeitraum 2007 bis 2013 eine Höhe von knapp 17,8 Mrd. Neue Türkische Lira (rund 9,4 Mrd. Euro; 1 Euro = circa 1,90 YTL) erreichen (zu konstanten Preisen von 2006). Dies sind 10,5 Prozent der gesamten Investitionen in der genannten Zeitspanne.

Noch im Jahr 2006 will die Privatisierungsbehörde ÖIB mit der seit langem geplanten Privatisierung der Verteilungsnetze in 21 Landesregionen beginnen, nachdem einige gesetzliche Unklarheiten beseitigt wurden. Nach den Worten von ÖIB-Präsident Metin Kilci sollen die regionalen Unternehmen gleichzeitig, aber separat an private Investoren übertragen werden. Dabei werden die Bewerber die Möglichkeit erhalten, Paketangebote für mehrere Netzwerke zu unterbreiten.

Hauptziel der Privatisierung sei, für die notwendigen Investitionen privates Kapital zu mobilisieren und durch den privatwirtschaftlichen Betrieb der Verteilungsnetze die Effizienz und Produktivität des Systems zu steigern. Mit der Privatisierung würden auch einige für Distributionsunternehmen bisher geltenden Beschränkungen aufgehoben. Nach den bisherigen Bestimmungen durften bis zu maximal 20 Prozent des durch das Verteilungsunternehmen verkauften Stroms aus eigener Produktion stammen. Diese Obergrenze wurde jetzt aufgehoben. Diese Änderung dürfte nach der Einschätzung von Kilci zur Erhöhung des Elektrizitätsangebots beitragen. Dem Vernehmen nach haben mehrere in- und ausländische Firmen ihr Interesse an der Übernahme der Elektrizitätsnetze bekundet. Die im Energiesektor stark engagierte türkische Alarko Holding befindet sich bezüglich eventueller Kooperationen in Verhandlungen mit Firmen in den USA und in der EU.

Es ist das Ziel der Regierung, den Privatsektor stärker in die Elektrizitätswirtschaft einzubinden. Auf der Tagesordnung steht die Einbeziehung privater Firmen in die von der Generaldirektion für Wasserwirtschaft DSI vorbereiteten zahlreichen Wasserkraftwerksprojekte, die wegen fehlender Finanzierung bisher nicht fertiggestellt werden konnten. Nach Änderung der gesetzlichen Bestimmungen kann die DSI nunmehr die Wasserkraftwerksprojekte auch ohne eine Lizenzierung durch die Regulierungsbehörde für den Energiemarkt EMRA durch Privatfirmen aufbauen und betreiben lassen.

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