Studie
Bankrotterklärung für Ich-AG

Schlechtes Zeugnis für die Ich-AG: Unternehmensgründungen von Arbeitslosen bringen einer Studie zufolge weitaus weniger neue Jobs als die von anderen Firmengründern.

HB MANNHEIM. Etwa drei Viertel der von vormals Arbeitslosen gegründeten Unternehmen seien Ein-Mann-Betriebe, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl liegt bei 2,0, heißt es in einer gemeinsamen Untersuchung von KfW Bankengruppe und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Bei allen anderen Neugründungen handele es sich dagegen bei weniger als der Hälfte um Ein-Mann-Betriebe. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl liegt demnach bei 3,9.

Die Studie untersuchte die Auswirkungen der Unternehmensgründungen aus der so genannten Ich-AG heraus. Arbeitslose gründen Unternehmen oft in den wenig kapitalintensiven Branchen wie Bau- und Ausbauhandwerk oder in unternehmensnahen Dienstleistungen, wie das ZEW berichtete. Untersucht wurden die Gründungsjahrgänge 2003 und 2004.

Vormals arbeitslose Gründer unterscheiden sich der Untersuchung zufolge hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bildung kaum von anderen Gründern. Sie verfügten jedoch über ein deutlich niedrigeres Haushaltseinkommen, und die eigenen Mittel bestimmten den Entschluss zur Selbstständigkeit stärker als bei anderen Gründern. Dies könne jedoch ihre geringere Neigung, zu investieren und Mitarbeiter einzustellen, nicht vollständig erklären.

Einige Anhaltspunkte sprechen der Studie zufolge dafür, dass Erwerbslose eher aus der Arbeitslosigkeit entkommen wollen statt eine eigene Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen. Solche Gründer wollten daher das finanzielle Risiko möglichst gering halten. Auch der Anreiz, mit der geförderten Selbstständigkeit den Anspruch auf Transferleistungen zu verlängern, spiele offenbar eine Rolle. Mit Blick auf neue Jobs, Strukturwandel und Wettbewerbsfähigkeit sollten die Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus der Studie zufolge zurückhaltend eingeschätzt werden.

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