Studie des Branchenverbands EVCA
Deutschland fällt bei Private Equity zurück

Deutschland zählt bei den Rahmenbedingungen für außerbörsliches Beteiligungskapital (Private Equity) zu den Absteigern in Europa. Das zeigt die Studie „Benchmarking European Tax and Legal Environments“, die der europäische Branchenverband EVCA am Mittwoch veröffentlichte.

FRANKFURT. Untersucht wurden die Steuer- und Rechtsrahmen für Private Equity sowie die Voraussetzungen für Unternehmertum in 25 europäischen Ländern. In der Einzelbewertung liegt Deutschland weit abgeschlagen auf Platz 20 der Rangliste (siehe Tabelle). Das ist eine nochmalige Verschlechterung gegenüber 2004, damals war Rang 18 belegt worden.

Insgesamt hat sich das Umfeld für Beteiligungskapital in Europa leicht auf die Durchschnittsnote 1,84 (2004: 1,97) verbessert. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG bewerteten die Rahmenbedingungen auf einer Skala von 1 (positiv) bis 3 (negativ). Trotz leichter Fortschritte seien in vielen Finanzsystemen vor allem im Hinblick auf Investitionsanreize und die Förderung junger Unternehmen Verbesserungen notwendig, lautet ein Fazit der Studie. Die Spitzengruppe mit Irland, Frankreich und Großbritannien bietet das günstigste Umfeld für Private Equity.

„Vergleicht man die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Gründung und Weiterentwicklung innovativer Unternehmen und die Finanzierung durch Private Equity, dann gehört Deutschland weiter zu den Schlusslichtern in Europa“, kommentierte Thomas Pütter, Vorstandsvorsitzender des deutschen Beteiligungsverbands BVK, die Ergebnisse. Die Studie zeige, dass Deutschland bei den Fondsstrukturen im internationalen Vergleich zwar durchaus mithalten könne. Das gelte aber nur bei „idealtypischer Betrachtung“, also für den Fall, dass alle Kriterien des maßgeblichen Schreibens des Bundesfinanzministeriums aus 2003 zur Besteuerung von Private-Equity-Fonds erfüllt würden, so Pütter. Das Schreiben regelt, unter welchen Kriterien ein Fonds vermögensverwaltend oder aber als gewerblich einzustufen ist und damit der Gewerbesteuer unterliegt. In der Praxis blieben aber Unklarheiten bestehen.

Die Branche hofft darauf, dass das geplante Private-Equity-Gesetz, das 2008 verabschiedet werden soll, die steuerlichen Probleme klärt. Deutschland ist zwar als Markt für Übernahmeziele vor allem bei angelsächsischen Investoren beliebt, wegen der höheren Steuerlast siedeln sich aber kaum Beteiligungsfonds an. Der Europa-Verband EVCA will 2007 an einer Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen arbeiten und hofft dabei auf Hilfe der EU-Kommission.

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