Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa
Mittelständler verabschieden sich von der Telekom

Die Deregulierung des Post- und Strommarktes hat die heimischen mittelständischen Unternehmen überwiegend noch nicht zum Wechsel des Anbieters animiert, so das Ergebnis einer Studie. Anders sieht dies allerdings auf dem Telekommunikationsmarkt aus: Die Deutsche Telekom verlor bereits die Hälfte ihre kleinen bis mittelgroßen Firmenkunden.

HB FRANKFURT. Mit Wettbewerbern der Deutschen Post arbeiten erst 36 % der mittelständischen Firmen zusammen, wie eine am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergab. Den Stromanbieter wechselten sogar nur 16 % der Firmen. 56 % der bundesweit 500 befragten Mittelständler haben nach eigener Einschätzung von der bisherigen Deregulierung direkt oder indirekt profitiert. Dabei werden günstigere Preise als Hauptargument für einen Anbieterwechsel genannt.

Bei den Telekom-Abwanderern führten diesen Grund 93 % der Firmen an. Acht Prozent verwiesen auf einen besseren Service und vier Prozent auf Sondertarife. Doch auch die Firmen, die der Telekom treu geblieben sind, profitieren der Untersuchung zufolge vom Wettbewerb: 41 % weisen auf niedrigere Preise beim Marktführer hin, vier Prozent sehen einen besseren Service beim ehemaligen Monopolisten.

Auch Firmen, die ihre Pakete und Briefe nun von Wettbewerbern der Post verschicken lassen, nennen zu 64 % den Preis als Grund für den Wechsel. 47 % der Mittelständler geben den besseren Service der Konkurrenten an und 13 % der Firmenchefs die schnellere Zustellung und Bearbeitung.

Wie die im Auftrag des Stromanbieters Watt Deutschland und des Magazins „impulse“ erstellte Studie ergab, zögern die meisten Mittelständler, den Stromanbieter zu wechseln. 68 % der Nicht-Wechsler wären aber grundsätzlich offen für einen anderen Anbieter, wenn sie dadurch Geld sparen könnten. Allerdings erwarten nur 32 % der Firmen, dass es der Bundesnetzagentur gelingen wird, die noch vorhandenen Wettbewerbshürden abzubauen.

Neue Stromanbieter beklagen vor allem erschwerte Zugangsmöglichkeiten zu den bestehenden Netzen und zu hohe Durchleitungsgebühren. Aufgabe der neuen Behörde ist es seit dem 1. Juli, die Netznutzungsentgelte der Betreiber zu überprüfen und zu hohe Preise zu senken. Insgesamt machen die Netzpreise aber nur gut ein Drittel des Strompreises aus. Der Rest entfällt auf Erzeugungskosten und staatliche Abgaben.

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