Studie: Deutsche Exporteure strotzen vor Optimismus

Studie
Deutsche Exporteure strotzen vor Optimismus

Die mittelständischen deutschen Exporteure schauen voller Optimismus in die Zukunft. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Probleme mit der Finanzierung von Exporten, die noch im vergangenen Jahr groß waren, spielen demnach nun offenbar keine Rolle mehr.
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DÜSSELDORF. Während 71 Prozent von ihnen für die kommenden sechs Monate mit steigenden Umsätzen rechnen, erwarten nur fünf Prozent Rückgänge. Das geht aus einer aktuellen Studie der Großbank HSBC zur Stimmung im Welthandel hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Noch zuversichtlicher waren nur die Unternehmen in Indien. Die Umfrage konzentriert sich auf Unternehmen mit einem Umsatz von 20 bis 250 Millionen Dollar.

Die Probleme mit der Finanzierung von Exporten, die noch im vergangenen Jahr groß waren, spielen nun offenbar keine Rolle mehr. Sie finden sich in der Umfrage nur noch auf Rang acht der größten Sorgen der deutschen Exporteure. Nur noch vier Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern.

"Die Bilanzsummen vieler Banken werden wegen der neuen Eigenkapitalregeln abschmelzen müssen, aber das wird sich nicht auf das Volumen der Handelsfinanzierung auswirken", sagte Manfred Krause, Bereichsvorstand für Firmenkunden und Ausland bei der deutschen Tochter HSBC Trinkaus, dem Handelsblatt. "Der Markt insbesondere für längerfristige oder auf Fremdwährung lautende Exportfinanzierung ist wieder zurück im Normalzustand."

Der Schock über die vorübergehenden Finanzierungsprobleme steckt den deutschen Exporteuren aber noch in den Knochen. Fast überall auf der Welt nannten die Unternehmen in der Umfrage die Banken als Anlaufstelle Nummer eins für die Exportfinanzierung - nicht so in Europa. Hier wollen sie ihre Ausfuhren in erster Linie aus eigener Kraft finanzieren. "Die Unternehmen haben jetzt zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass Banken von einer Krise im gleichen Maße oder sogar stärker betroffen waren als sie", sagt Krause. "Mehr Unternehmen als früher, sogar Handelsunternehmen, nutzen deshalb jetzt ein konsequentes Working-Capital-Management, um sich unabhängiger von Banken zu finanzieren."

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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