Studie
Düstere Stimmung im Mittelstand

Die Stimmung in mittleren und kleineren Unternehmen hat sich in der Wirtschaftskrise extrem verschlechtert. Laut Mittelstandsbarometer der DZ Bank beurteilten nur noch knapp 53 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Doch es gibt auch Hoffnung unter den Mittelständlern.

FRANKFURT HB. Vor einem Jahr hatte die Zahl der zufriedenen Unternehmer noch bei 76 Prozent gelegen. „Eine solche extreme Veränderung der Geschäftslage haben wir im Rahmen der Mittelstandsumfrage noch nie registriert“, erklärte DZ-Chefvolkswirt Hans Jäckel am Mittwoch in Frankfurt zu den Ergebnissen der Umfrage. 1 500 Unternehmen mit Umsätzen zwischen 500 000 Euro und 125 Mill. Euro standen dafür Rede und Antwort. Das Mittelstandsbarometer wird in jedem Jahr zwei Mal erhoben.

Besonders pessimistisch hätten sich kleinere Mittelständler mit bis zu 20 Beschäftigten geäußert, hieß es. Von den staatlichen Konjunkturprogrammen erwarte eine Mehrheit von 58 Prozent keine zusätzlichen Aufträge. Rund ein Viertel hoffe entweder auf direkte Aufträge aus den Programmen oder auf zusätzliche Aufträge von anderen Unternehmen, die für die öffentliche Hand arbeiten. Ein weiteres Viertel gehe von einer generellen Belebung der Auftragslage aus, weil die allgemeine Konjunktur über Steuersenkungen und Subventionen angekurbelt werde.

Ein anderes Bild ergibt sich beim Bau, wo 45 Prozent mit neuen direkten Aufträgen aus dem Programm rechneten. 28 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten einen Personalabbau in den eigenen Reihen. Dem standen nur 6 Prozent gegenüber, die neue Leute einstellen wollten. In der Metallbranche rechnet sogar jedes zweite Unternehmen damit, dass der Personalbestand im nächsten halben Jahr sinkt. Nur noch knapp ein Viertel der befragten Unternehmen erwartet innerhalb des nächsten halben Jahres bessere Geschäfte.

Die düstere Haltung spiegelt sich auch in den kurzfristigen Geschäftserwartungen wieder. Denn erstmals überhaupt überwiegen hier die negativen Prognosen. So rechnen knapp 35 Prozent der Befragten damit, dass sich die Geschäftslage ihres Unternehmens in den kommenden sechs Monaten verschlechtern wird, 28 Prozent prognostizieren in diesem Zeitraum einen Personalabbau in ihrem Unternehmen.

Die Belege für eine Kreditklemme fehlten allerdings in den Aussagen der Geschäftsführer, erklärte die DZ Bank. So habe zwar das Vertrauen in die Banken allgemein gelitten, die Beziehungen zur Hausbank seien aber stabil geblieben. 11 Prozent der Befragten hätten von Veränderungen bei Finanzierungen über die Hausbank berichtet und nur etwas mehr als 2 Prozent hätten beklagt, dass ihnen die Kreditlinie gekürzt worden sei.

Viele Befragte hoffen auf eine bessere Situation in 2010. Etwa 40 Prozent sehen das Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise für das erste Halbjahr vorraus. 16 Prozent glauben an eine Trendwende noch in diesem Jahr. Laut der Studie wird der Aufschwung besonders auch von den Auslandsmärkten getragen.

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