Studie Familienfirmen gehen auf Shopping-Tour

Deutsche Familienunternehmen nutzen die Krise zur Expansion. Jedes zweite will in den nächsten zwei Jahren durch Beteiligungskäufe das eigene Wachstum forcieren.
  • Julia Leendertse
Drogeriemarktbesitzer Dirk Roßmann: Er bekam den Zuschlag, weil er die Wünsche des Verkäufers ernst nahm. Quelle: dpa

Drogeriemarktbesitzer Dirk Roßmann: Er bekam den Zuschlag, weil er die Wünsche des Verkäufers ernst nahm.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. "Sei vorsichtig, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere vorsichtig sind", empfiehlt der amerikanische Investor Warren Buffett. Genau nach diesem Motto verfahren nun deutsche Familienunternehmen. Jedes zweite will die Krise nutzen und sich in den nächsten zwei Jahren bei anderen Unternehmen einkaufen. Denn: Ihre Kriegskassen sind prall gefüllt. Ihre Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei 36 Prozent, hat die Intes Beratung für Familienunternehmen aus Bonn nun ermittelt.

Dies belegt eine Umfrage unter 4 000 Familienunternehmern, die Intes Bonn durchgeführt hat und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt (Antwortgeber: 223). Gemeinsam mit Wissenschaftlern der WHU - Otto Beisheim School of Management - und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young wollte Intes herausfinden, ob und wie die Wirtschafts- und Finanzkrise die Finanzierungssituation und das Beteiligungsverhalten von Familienunternehmern verändert haben.

Das Fazit: Die deutschen Familienunternehmer sind angesichts der schwierigen Wirtschaftsbedingungen wachsam, aber gehen überraschend gelassen und chancenorientiert mit der Krise um. "Die meisten sind nach wie vor mit ihrem Finanzierungstatus sehr zufrieden", sagt Intes-Chef Christoph Achenbach. Knapp 70 Prozent der Befragten beurteilen ihre Finanzierungssituation als "gut" oder sogar "sehr gut". Zwei Drittel der Befragten verbuchen einen steigenden Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit).

Bei rund jedem fünften Unternehmen stieg das Ebit - also der betriebliche Gewinn - sogar um über neun Prozent. Besonders überraschend: Knapp zwei Drittel der Unternehmen, deren Ebit weniger als ein Prozent beträgt, stufen ihre Finanzierungssituation trotzdem immer noch als "sehr gut" oder "gut" ein. "Also selbst bei schlecht laufendem operativem Geschäft gehört das Gros der Familienunternehmen nicht zu den Getriebenen der Krise und steht auch nicht unter kurzfristigem Ergebnisdruck", so das Resümee von Achenbach.

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