Studie
Familienunternehmen zeigen sich stark

Mehr als die Hälfte aller an der Börse notierten Nicht-Finanzunternehmen sind Familienunternehmen, zeigt eine Studie. Auch nach einem Börsengang nehmen die Gründerfamilien oft weiter starken Einfluss, die Börsennotierung ist nicht zwangsläufig mit der Aufgabe der Unternehmensführung verknüpft.

DÜSSELDORF. Familienunternehmen spielen eine bedeutendere Rolle als oft angenommen. Mehr als die Hälfte aller an der Börse notierten Nicht-Finanzunternehmen sind Familienunternehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Stiftung Familienunternehmen, die vom Center for Enterpreneurial and Financial Studies an der TU München in Frankfurt vorgestellt wurde.

"In der breiten Öffentlichkeit werden börsennotierte Unternehmen vorwiegend als anonyme Publikumsgesellschaften im Sinne der Dax-Unternehmen wahrgenommen. Die Ergebnisse der Studie widerlegen diese vorherrschende Meinung", sagte Brun-Hagen Hennerkes vom Vorstand der Stiftung. In dem untersuchten Zeitraum 1998 bis 2008 schwankte der Anteil der börsennotierten Familienunternehmen zwischen 34 Prozent im Jahr 1998 und einem Maximum von 55 Prozent im Jahr 2001. Dabei gelten als Familienunternehmen, wenn die Gründerfamilie mindestens 25 Prozent der Stimmrechte hält oder mindestens ein Mitglied der Gründerfamilie als Vorstand oder Aufsichtsrat tätig ist.

"Eine Börsennotierung ist nicht zwangsläufig mit der Aufgabe der Unternehmensführung verknüpft", erläuterte Studienleiterin Ann-Kristin Achleitner von der TU München. In mehr als der Hälfte der Unternehmen arbeitet der Gründer noch als Vorstandsvorsitzender. Dagegen stellt bei 85 Prozent der Familienunternehmen ein Familienfremder den Aufsichtsratsvorsitzenden. Durchschnittlich hält die Familie noch 35 Prozent der Stimmrechte.

An der Börse haben sich die Familienunternehmen nach den Ergebnissen der Studie nicht schlechter geschlagen als die Nicht-Familienunternehmen. Die Aktienrendite habe im Durchschnitt zwischen 1998 und 2008 leicht über der anderer Unternehmen gelegen, heißt es in der Studie. Allerdings haben die Kurse stärker geschwankt, sowohl in den guten Zeiten als auch in schlechten Jahren. Dies hängt nach Aussage von Achleitner auch damit zusammen, dass börsennotierte Familienunternehmen im Allgemeinen kleiner und jünger sind als andere börsennotierte Unternehmen.

Deutlich unterscheiden sich nach der Studie die börsennotierten Familienunternehmen von den anderen in der Kapitalstruktur: Die Eigenkapitalquote liege mit durchschnittlich 50 Prozent wesentlich über den 36 Prozent der anderen. Bei der Unternehmensrendite gibt es nach den Ergebnissen der Studie kaum Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

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