Studie
Kanada verliert Wettbewerbsvorteile

Unter den führenden Wirtschaftsnationen ist Kanada der kostengünstigste Investitionsstandort, ermittelte eine Untersuchung des Beratungsunternehmens KPMG International. Der Vorsprung, den das Land gegenüber seinem Nafta-Partner USA hat, ist jedoch aufgrund des starken kanadischen Dollar auf unter ein Prozent zusammengeschrumpft. Ein Vorteil ist, dass die EU-Länder, vor allem Deutschland, wesentlich kostenintensivere Standorte sind.

bfai TORONTO. Von zehn Investitionsstandorten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Japan, Australien, Kanada, Mexiko und USA), die KPMG untersuchte, schnitt Kanada mit einem Kostenvorteil von 0,6 Prozent am zweitbesten ab. Als Orientierungsgröße fungierte mit 0 Prozent die USA. Am günstigsten war mit 20,5 Prozent Mexiko. Alle anderen Nationen sind für Investoren kostenintensiver. Am teuersten ist Deutschland mit einem Kostennachteil von -16,8 Prozent. In die Berechnung sind im wesentlichen neben den Lohnkosten Steuern, Grundstückspreise, Mieten sowie Ausgaben für Elektrizität, Wasser und Gas eingegangen.

Hatte Kanada 2002 noch einen Kostenvorsprung von 15 Prozent, so ist dieser aufgrund des stark gestiegenen kanadischen Dollar auf 0,6 Prozent zurückgegangen. Ein stärkerer Einbruch konnte durch die Senkung der Körperschaftssteuer sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine zuverlässige Energieversorgung vermieden werden.

Auch blieb der Anstieg der Löhne unter Kontrolle. Zu den langfristigen Vorteilen Kanadas zählt KPMG auch Faktoren, die nicht direkt kostenrelevant sind. So rangiert Kanada auf dem Feld der Umweltbestimmungen, des Bildungsniveaus, der Wohnkosten, des Humankapitals und der Energieverfügbarkeit vorne. Vor allem beim Bildungsniveau, insbesondere bei den naturwissenschaftlichen Kenntnissen in den High Schools, sticht Kanada hervor. Auf dem Gebiet der Geschäftsethik rangiert das Land an zweiter Stelle hinter den Niederlanden.

Im Bereich der Bildung und Ausbildung muss Kanada weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um seine Position zu behaupten und neue Herausforderungen zu meistern. So sind Arbeitskräfte, die in der güterproduzierenden Industrie und im Forstsektor freigesetzt werden, umzuschulen. Denn in Sektoren wie der Informationstechnik, der Bauwirtschaft, dem Bergbau und dem Gesundheitswesen werden Fachkräfte gesucht.

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