Studie
Mittelständler wollen Börse den Rücken kehren

Jeder fünfte Mittelständler erwägt nach einer Umfrage den Rückzug von der Börse. Grund: zu hohe Kosten durch immer kompliziertere Regulierungsvorschriften. Insbesondere die Umsetzung der so genannten Ad-hoc-Pflichten plage die Unternehmen.

HB FRANKFURT. Jedes dritte der befragten Unternehmen halte den zur Erfüllung von Auflagen verbundenen Aufwand für unangemessen und nicht mehr vertretbar, hieß es in einer Studie im Auftrag der Wirtschaftskanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. Weitere 58 Prozent stuften ihn zumindest als „grenzwertig“ ein. „Insgesamt zieht inzwischen deshalb jedes fünfte börsennotierte deutsche Unternehmen in Erwägung, die Börse wegen der teilweise ausufernden Regulierungsauflagen wieder zu verlassen“, hieß es.

Die Kosten für die Erfüllung von Regulierungs- und Transparenzvorschriften - im Fachjargon „Compliance“ genannt - beziffern die Unternehmen der Umfrage zufolge auf im Schnitt knapp 634 000 Euro jährlich. Sie hätten sich damit seit Anfang des Jahrzehnts um 85 Prozent erhöht, hieß es. „Verantwortlich für diese Kostenexplosion ist unter anderem das 'Anlegerschutzverbesserungsgesetz'.“

Der Mittelstand kritisiere hier Unklarheiten insbesondere bei der Umsetzung der so genannten Ad-hoc-Pflichten, der Erstellung von Insider-Listen sowie den verschärften Haftungsanforderungen an das Management. Im Rahmen der Umfrage der Meinungsforscher von Finance-Research wurden alle 408 mittelständischen börsennotierten deutschen Gesellschaften angeschrieben, 69 Firmen antworteten.

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