Studie
Mittelstand bindet Fachkräfte besser

Mittelgroße unternehmen binden ihre Fach- und Führungskräfte besser als erwartet. Das ergibt eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Das liegt vor allem an nachahmungswürdigen Instrumenten zur Nachwuchsförderungen.

DÜSSELDORF. Im Gegensatz zu der seit einigen Jahren wachsenden Lücke an Facharbeitern und Ingenieuren leiden mittelgroße Unternehmen in Deutschland unter keinem generellen Mangel an Führungskräften. Gleichwohl ist die Nachwuchssicherung auch in diesem Bereich nicht problemlos. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative an der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2007 durchgeführte Studie „Fach- und Führungskräfte in mittelgroßen Unternehmen“. In deren Rahmen wurden sowohl Industrie- als auch Dienstleistungsunternehmen mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern in Ost- und Westdeutschland befragt.

Ziel der vom Land Thüringen finanzierten Studie war es, die personalpolitische Situation mittelgroßer Unternehmen in Bezug auf den Bereich der Führungskräfte sowie der akademischen Fachkräfte zu untersuchen und damit einen Beitrag mit Forschungs- und Praxisrelevanz für die Personalwirtschaft im Mittelstand zu geben.

Da künftig von einer anhaltend hohen Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern und einem abnehmenden Angebot auszugehen ist, wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich dem Thema der Rekrutierung sowie der Bindung von Mitarbeitern zuzuwenden. Daher wurde in der Jenaer Studie konkret untersucht, welcher aktuelle und zukünftige Bedarf an Fach- und Führungskräften besteht, welche Wege Unternehmen gehen, um Führungskräfte zu rekrutieren und an sich zu binden.

Die Ergebnisse erstaunen im Detail. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet ihre Möglichkeiten der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften als schlecht bis sehr schlecht. Als vornehmliche Gründe werden hierfür der Mangel an Interessenten entsprechender Ausbildungs- und Studiengänge (61 Prozent), die fehlende Attraktivität der eigenen Stadt/Region (46 Prozent) sowie ein zu geringes Gehaltsniveau (32 Prozent) genannt.

Erstaunlicherweise konnten jedoch 97 Prozent der Unternehmen trotzdem ihren Bedarf an Führungskräften vollständig (78 Prozent) oder zumindest teilweise (19 Prozent) decken, wobei das den ostdeutschen Unternehmen lediglich für drei Viertel aller ausgeschriebenen Führungspositionen gelang (der entsprechende Prozentsatz für den Westen beträgt 80 Prozent).

Dies spricht zum einen dafür, dass mittelgroße Unternehmen von potenziellen Mitarbeitern durchaus als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden. Zum anderen zeigt es, dass ein Großteil der Unternehmen in der Lage ist, eine erfolgreiche Personalpolitik zu betreiben, auch wenn die Suche bei fast der Hälfte der Unternehmen länger als ein halbes Jahr dauert.

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