Studie
Mittelstand freut sich über gute Lage

Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist der Frühjahrsumfrage der DZ-Bank zufolge so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Von 1 500 befragten mittelständischen Unternehmen hätten 74 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“ beschrieben. Trotzdem bleiben die Volkswirte vorsichtig.

ari DÜSSELDORF. Der konjunkturelle Aufschwung erreicht in Deutschland zunehmend die binnenwirtschaftlich orientierten Branchen – darunter auch die Bauwirtschaft. Dies geht aus der jüngsten halbjährlichen Mittelstandsumfrage der DZ Bank, einem der Zentralinstitute der Volks- und Raiffeisenbanken, hervor. Nach der gestern vorgelegten Frühjahrsumfrage bei 1 500 Unternehmen beurteilen sie ihre Geschäftslage so gut wie noch nie seit Einführung der Umfrage im Jahr 1995. Zudem sehen sie den nächsten Monaten mit Optimismus entgegen. Die Investitions- und Beschäftigungsplanungen in den nächsten sechs Monaten wurden selbst von den Baufirmen nach oben revidiert. Das stützt, ähnlich wie die Frühjahrsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vom Februar, Hoffnungen, dass der Stellenabbau im Zuge der Konjunkturbelebung zu Ende geht und die Beschäftigung sich vielleicht erhöht.

Trotz dieser verbesserten Aussichten bleiben die Volkswirte der DZ Bank aber vorsichtig. Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen sich lediglich auf die kommenden sechs Monate beziehen. In diesen Zeitraum fällt nicht nur die Fußballweltmeisterschaft, darin dürften die privaten Haushalte außerdem zunehmend Geld für größere Anschaffungen ausgeben, um der 2007 geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer auszuweichen.

Die meisten Ökonomen erwarten dadurch eine leichte Belebung des privaten Konsums in diesem Jahr. Beide Sondereffekte fallen jedoch 2007 weg, weshalb dann mit einem erneuten Dämpfer beim privaten Verbrauch gerechnet wird. Dieser wahrscheinliche Rückschlag ist in den derzeitigen Umfragen – beispielsweise auch für das Ifo-Geschäftsklima – zeitlich aber noch nicht abgedeckt.

Hinzu kommt, dass die Stimmungsverbesserung sich noch nicht in den realwirtschaftlichen Konjunkturdaten zeigt. Die Ökonomen der DZ Bank haben deshalb darauf verzichtet, ihre bisherigen Wachstumsprognosen von 1,4 Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr und ein Prozent Plus im nächsten Jahr zu ändern. Unterstützung bekamen sie gestern von der Bankengruppe KfW. Sie dämpft in ihrem Geschäftsbericht aufkeimende Konjunktureuphorie. Der Konsum werde Anfang 2007 wegen der geplanten Mehrwertsteuererhöhung wieder schwächeln, schreibt die KfW, die mit Fördermitteln den Mittelstand unterstützt. Daher seien die Aussichten für 2007 gedämpft. Zudem sei „das Aufwärtspotenzial für den Mittelstand“ begrenzt, da dessen Firmen wesentlich stärker auf den regionalen und nationalen Märkten aktiv seien als die international orientierten Großunternehmen.

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