Studie
Mittelstand fühlt sich im Stich gelassen

Banken haben das Vertrauen einer ihrer wichtigsten Kundengruppen fundamental erschüttert, ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Weissman & Cie. Die befragten Unternehmer gaben im Schnitt der Beziehung zu ihrer Hausbank lediglich die Schulnote "befriedigend" - dies war in der Vergangenheit anders.
  • 0

DÜSSELDORF. Die Banken haben das Vertrauen des Mittelstands rasant verspielt. So lautet jedenfalls das Fazit einer Befragung der Nürnberger Unternehmensberatung Weissman & Cie. von 500 Geschäftsführern und Gesellschaftern von Unternehmen mit einem Umsatz von drei Mio. Euro bis einer Mrd. Euro.

"In kurzer Zeit ist es den Banken gelungen, das Vertrauen zu einer ihrer wichtigsten Kundengruppe fundamental zu erschüttern", so Arnold Weissman, Gründer der Unternehmensberatung. Demnach geben die befragten Unternehmer im Schnitt der Beziehung zu ihrer Hausbank lediglich die Schulnote "befriedigend".

Dies war in der Vergangenheit anders. 2005 befragte Weissman & Cie. schon einmal 500 Mittelständler nach ihrer Beziehung zur Hausbank. Damals gaben die Unternehmer im Schnitt die Note "gut". 17 Prozent bewerteten damals das Verhältnis sogar mit "sehr gut". Heute vergeben die Unternehmer die Note "sehr gut" gerade noch zu sechs Prozent. Waren schlechte Noten 2005 noch die Ausnahme, hagelte es dieses Mal nur so "Vieren, Fünfen und Sechsen".

Die Konstruktion der Hausbankbeziehung habe sich dramatisch gewandelt, meint Weissman. Früheres Vertrauen sei einem tiefen Unbehagen gegenüber den Banken gewichen. Ursächlich dafür seien die schwierigen Kreditverhandlungen im vergangenen Jahr gewesen. Viele Mittelständler fühlten sich von ihren Hausbanken schlicht im Stich gelassen.

Weissman & Cie ist ein auf Familienunternehmen spezialisierter Berater. Arnold Weissman ist Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmensführung an der Uni Regensburg.

Kommentare zu " Studie: Mittelstand fühlt sich im Stich gelassen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%