Studie
Verlagerung nach Osteuropa macht Probleme

Das Kalkül deutscher Unternehmen, die ihre Produktion nach Osteuropa verlagern, geht häufig nicht auf. Einer Studie zufolge werden viele versteckte Kosten bei der Planung nicht berücksichtigt. Unternehmen die nach China verlagern sind demnach wesentlich erfolgreicher - und das hat auch positive Folgen für den Standort Deutschland.

DÜSSELDORF. "Die Flucht vor mutmaßlich zu hohen Kosten erweist sich allzu oft als Milchmädchenrechnung mit fatalen Folgen", sagte Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), am Mittwoch bei der Präsentation einer Studie in Düsseldorf. Diesen Schluss zieht er aus der Erhebung für den Zeitraum 2004 bis 2006. Daran hatten sich fast 1 700 Unternehmen beteiligt.

Jedes Jahr verlagern demnach etwa 500 Unternehmen ihre Produktion zurück nach Deutschland, in mindestens jedem fünften Fall schon nach zwei bis vier Jahren. 40 Prozent davon kommen aus den neuen EU-Staaten. Ausschlaggebend dafür seien Probleme bei Flexibilität, Lieferungen und Qualität sowie die hohen Betreuungs- und Koordinationskosten für die Auslandsstandorte, sagt Steffen Kinkel vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe, das der VDI mit der Studie beauftragt hatte. Das Scheitern ist demnach auch dadurch begründet, dass viele indirekte und versteckte Kosten bei der Planung nicht berücksichtigt werden.

"Der Lohn ist in Boomregionen teils viermal höher als auf dem flachen Land", sagt Kinkel. Deshalb sei der Landesdurchschnitt wenig aussagekräftig. In Regionen Tschechiens, Polens, Ungarns oder der Slowakei, in denen sich die Autoindustrie konzentriere, mangele es an Arbeitskräften. Die Folge: jährliche Lohnsteigerungen von bis zu 30 Prozent.

Insgesamt hat der Studie zufolge in Deutschland etwa jedes siebte produzierende Unternehmen zwischen 2004 und 2006 erhebliche Teile seiner Produktion verlegt, mehr als die Hälfte davon in die neuen EU-Staaten. In 96 Prozent der Fälle waren dafür die Personalkosten in Osteuropa ausschlaggebend, in jedem dritten Fall Kapazitätsengpässe.

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