Studie
Welche Branchen der Krise trotzen

Unternehmen mit einem hohen Anteil an Forschung und Innovation werden einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge die aktuelle Krise unbeschadet überstehen. Zwei Branchen stehen demnach besonders gut da. Zumindest bei einer davon ist das eine Überraschung.

HB BERLIN. "Die Wirtschaftskrise ist zwar ein tiefer Einschnitt. Wettbewerbsvorteile vor der Krise werden aber auch Stärken nach der Krise sein", sagte IW-Direktor Michael Hüther am Donnerstag in Berlin. Dazu zählten etwa die Pharmabranche und der Maschinenbau. Hüther bezog sich auf die von seinem Institut im Auftrag des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) erstellte Studie über "Zukunftsbranchen 2009". Forschungs- und innovationsstarke Firmen könnten nach einer kleinen Auszeit gestärkt aus der Krise hervorgehen, sagte Hüther.

Als aussichtsreichsten Bereich weist die Studie den Sektor der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik/Optik aus. Durch hohe Investitionen gelinge es der Branche, mit international wettbewerbsfähigen Produkten die schwache Inlandsnachfrage durch einen hohen Absatz im Ausland auszugleichen. Auf Platz zwei der Zukunftsbranchen folgt die Pharmaindustrie, die laut Studie den technologischen Fortschritt besonders stark für das eigene Wachstum nutzen kann. Positiv sei etwa, dass die Branche überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung investiere.

Den dritten Platz nimmt der Maschinenbau ein, der sich im Vergleich zur Studie 2007 um fünf Plätze verbessern konnte. Derzeit sorgt er zwar vor allem durch massive Auftragseinbrüche für Schlagzeilen, doch positiv machen sich für die Zukunftsaussichten laut Hüther die hohe internationale Ausrichtung und die dritthöchste Exportquote bemerkbar. Auch bei Forschung und Entwicklung und bei den Aufwendungen für Innovationen erreiche die Branche Spitzenplätze. Auf dem vierten Platz folgt der sonstige Fahrzeugbau und auf dem fünften Rang die Automobilindustrie.

Für die Studie wurden 35 Branchengruppen verglichen. Dazu wurde ein Index gebildet, in den die makroökonomischen Indikatoren wie Entwicklung und Wertschöpfung ebenso Eingang fanden wie Nachfrage, Investitionen und Technologie. Auch 60 Experten wurden befragt.

Für den Pharmasektor betonte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer, von den Unternehmen würden pro Tag mehr als 13 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung innovativer Arzneien gesteckt. Insgesamt seien es 2008 4,84 Milliarden Euro und damit 13,2 Prozent des Umsatzes gewesen. Yzer forderte, zehn Prozent des Aufwandes müssten von der Steuerschuld abzugsfähig sein. Auch Hüther sagte, die steuerliche Forschungsförderung bilde eine Lücke in Deutschland.

Nach Angaben des Verbandes sind bei den forschenden Pharmafirmen derzeit 350 Projekte für Medikamente gegen rund 110 Krankheiten so weit fortgeschritten, dass sie bis Ende 2011 zu einer Arzneimittelzulassung führen könnten.

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