Suche nach Familienunternehmen
Buffett nimmt deutsche Firmen ins Visier

Der milliardenschwere US-Investor Warren Buffett will deutsche Familienunternehmen kaufen. Buffett kündigte an, im Laufe des Monats auf der Suche nach Übernahmezielen nach Europa zu reisen. Auch für Investoren an den Aktienmärkten hat er eine neue Botschaft.

FRANKFURT/OMAHA. Ein Warren Buffett darf auch Fehler zugeben. Schon viel früher hätte er nach Europa kommen sollen, räumte er am Samstag auf der Hauptversammlung seiner Holding Berkshire Hathaway in Omaha ein. Doch aktives Marketing war bisher nicht sein Ding. Buffetts Ruf in Amerika ist legendär, weil er wie kein anderer sein Vermögen und das seiner Aktionäre mehrte. Im Schnitt schaffte er seit Mitte der sechziger Jahre ein Plus von 21 Prozent pro Jahr. Inzwischen jedoch ist sein Erfolg zum Fluch für ihn geworden.

Buffett sitzt seit ein paar Jahren auf einem Geldberg von um die 40 Milliarden Dollar. Dieses Kapital könnte er anlegen, wenn er denn geeignete Ziele fände. Das ist extrem schwer geworden, denn für ihn machen nur noch Milliardendeals Sinn, um stolze Renditen wie früher einzufahren. Seine 31 000 Aktionäre, die nach Omaha pilgerten, hat er daher erneut auf weniger eingestimmt. Von zehn Prozent sprach er am Samstag.

Weil der reichste Mann der Welt in Amerika nicht genug attraktive Firmen findet, erweitert der inzwischen 77 Jahre alte, aber unverändert fitte Anlageveteran sein Blickfeld. In Asien machte er schon große Geschäfte. Hinzu kommt nun Europa. Auf dem alten Kontinent hat er weniger Börsenunternehmen, sondern privat geführte Familienunternehmen im Visier. Insbesondere Maschinenbauer würde Buffett wohl gerne kaufen, glaubt der Frankfurter Fondsmanager Hendrik Leber. Darauf deuteten Äußerungen des Buffett-Partners Charlie Munger hin. Munger schwärmt von deutscher Ingenieurskunst.

Um europäische Unternehmer von den Vorzügen seiner Beteiligungsholding und seinen Geschäftsprinzipien zu überzeugen, wirbt Buffett im Mai sogar persönlich aktiv auf dem alten Kontinent für sich. Auf seiner Tour durch mehrere Länder Europas wird er auch in Deutschland Station machen.

„Buffett hat immer gewartet und hat nie Marketing für sich gemacht“, beurteilt Buffett-Kenner Leber dieses Verhalten. Diese Zurückhaltung rächt sich nun, weil europäische Unternehmer im Gegensatz zu amerikanischen nicht freiwillig zu ihm kommen. Warum sollten sie auch? Buffett ist nicht dafür bekannt, dass er hohe Preise zahlt. Unter dem Dach der Berkshire Hathaway bietet er Sicherheit, keine Zerschlagung des Unternehmens und eine Fortführung durch das bisherige Management.

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