Südostasien
Malaysia setzt auf die Nahrungsmittelindustrie

Mit kräftigen staatlichen Hilfen will die Regierung von Malaysia das südostasiatische Land vom Importeur zum Exporteur von Lebensmitteln machen. Und Deutschland könnte genau die Maschinen liefern, die Malaysia dafür benötigen würde.

KUALA LUMPUR. Malaysia soll sich nach Plänen der Regierung in Kuala Lumpur mittelfristig vom Nettoimporteur zum erfolgreichen Exporteur von Nahrungsmitteln entwickeln. Sowohl die Landwirtschaft als auch die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie werden in dem südostasiatischen Land mit staatlichen Hilfen und Zuschüssen ausgebaut und modernisiert. Deutschland gehört zu den wichtigen Lieferanten von Maschinen und Ausrüstungen für die Branche mit weiterhin guten Marktchancen.

Malaysia verfügt als tropisches Land über die besten Voraussetzungen für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte, deckt seinen Nahrungsmittelbedarf aber weitgehend über Importe. Im Jahr 2007 standen Lebensmitteleinfuhren von 23 Mrd. Ringgit Malaysia (RM; rund 5 Mrd. Euro; 1 Euro = 4,6 RM) entsprechende Ausfuhren in Höhe von 14 Mrd. RM gegenüber. Diese Situation soll sich nach den Absichten der Regierung ändern.

Bei der Fertigung von Nahrungsmitteln und Getränken bestehen durchaus Wachstumschancen. Zum einen sind landwirtschaftliche Produkte in großer Vielfalt vorhanden, müssen in bestimmten Bereichen aber importiert werden, weil die heimischen Erntemengen nicht ausreichen. Zum anderen wird der Nahrungsmittelkonsum mit der Bevölkerungszunahme von rund 2 Prozent pro Jahr und höheren verfügbaren Einkommen in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

Die Mehrzahl der Unternehmen gilt als klein bis mittelständisch dimensioniert. Über 2 000 Unternehmen waren gemäß einer Erhebung des Statistikamtes 2005 in der Nahrungsmittelverarbeitung tätig. Bei etwa 90 000 Mitarbeitern insgesamt beschäftigte ein Betrieb im Durchschnitt 45 Arbeitnehmer. 2007 setzten die Firmen Waren für circa 17,6 Mrd. RM um. Größte Segmente sind die Milchverarbeitung (Absatzwert 3,6 Mrd. RM), die Herstellung von Kakaowaren (2,5 Mrd.) sowie die Verarbeitung von Zucker (2,2 Mrd.) und anderen Süßwaren.

Als größtes inländisches Unternehmen gilt Yeo Hiap Seng, das Getränke und andere Lebensmittel im Auftrag internationaler Markenhersteller erzeugt. Weitere größere Produzenten von Backwaren sind Hwa Tai, Oriental Food Industries, Perfect Food Manufacturing und Hup Seng Perusahaan Makanan. Die Firma Mamee Double-Decker stellt Lebensmittel und Erfrischungsgetränke her, Yee Lee erzeugt Mineralwässer und Tee.

Auch große Lebensmittelkonzerne verfügen in Malaysia über Werke wie Nestle, Campbells, Coca-Cola, Dutch Lady und Carlsberg. Nestle betreibt acht Fabriken und kündigte im Mai 2008 an, dass 240 Mio. RM in den Ausbau der Produktionsanlagen fließen sollen. Das Wirtschaftsministerium in Kuala Lumpur prognostiziert, dass die Nahrungsmittel verarbeitenden Betriebe bis 2010 ungefähr 1,3 Mrd. RM pro Jahr für Investitionen aufwenden werden.

Malaysia gilt als der weltweit viertgrößte Erzeuger von gemahlenem Kakao. Die Exporte an verarbeiteten Kakaoprodukten (insbesondere Schokolade) erreichten 2007 einen Wert von 2,5 Mrd. RM (plus 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Kakaomühlen verfügen über eine installierte Kapazität von rund 300 000 Tonnen pro Jahr. Weil der heimische Anbau der Kakaopflanze in den letzten Jahren zu Gunsten von Ölpalmen zurückging, müssen die Produzenten zunehmend Kakaobohnen importieren. Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage wollen sie ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben erhöhen, die Anlagen modernisieren und erweitern. Experten erwarten, dass der jährliche Ausstoß bis 2010 auf 400 000 Tonnen steigt.

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