Mittelstand

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Südosteuropa: Kroatien will Tourismus ankurbeln

Mit einem eigenen Aktionsplan will Kroatien den Tourismus im eigenen Land ankurbeln. Ziel: Die gute Saison 2008 soll keine Eintagsfliege bleiben. Dafür soll nun kräftig investiert werden.

von Torsten Pauly (gtai)
Strände wie dieser locken Urlauber nach Kroatien. Quelle: gms
Strände wie dieser locken Urlauber nach Kroatien. Quelle: gms

ZAGREB. Kroatiens Fremdenverkehr hat in den letzten Jahren erheblich in seine Kapazitäten investiert und ein kontinuierliches Wachstum verbucht. Immer noch gibt es jedoch viele Unterkünfte von einfacherer Qualität, wobei die Preise zuletzt allgemein angezogen haben. Für die Saison 2009 verabschiedete Kroatiens Regierung angesichts der globalen Wirtschaftskrise einen Aktionsplan für den Tourismus. Unter anderem gibt es zusätzliche 9,5 Mio. Euro für das Marketing, eine zeitweilige Visa-Freiheit für Russen und Ukrainer und eine Reduzierung von Gebühren und Abgaben.

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Das Jahr 2008 brachte in Kroatien 0,9% mehr Anreisen und 2,0% mehr Übernachtungen. Deutschland war - wie in den Jahren zuvor - nach dem Inland selbst der Markt, aus dem die meisten Gäste stammten. Allerdings kamen 2008 auch 0,6% weniger Touristen aus der Bundesrepublik Deutschland ins Adrialand. Damit fiel der Rückgang aus Deutschland aber noch geringer aus als aus anderen wichtigen Ländern wie Frankreich (-7,3%), Tschechien (-7,0%), Österreich (-3,1%), Italien (-6,5%) oder Ungarn (-2,8%).

Da Kroatiens Tourismus jedoch aus neuen und aus einigen angestammten Märkten starke Zuwächse verbuchen konnte, hat sich das stetige Plus der letzten Jahre auch 2008 insgesamt fortgesetzt. Eine besonders hohe Dynamik gab es bei Gästen aus Polen (+29,2%), den Niederlanden (+12,3%), Russland (+11,4%), Bosnien und Herzegowina (+7,8%) und der Slowakei (+6,7%).

Für 2009 steht das Ziel, das gute Vorjahresergebnis zu wiederholen. Allerdings gibt es in Kroatien auch Befürchtungen, dass die kommende Saison schlechter ausfällt. Zum einen sind osteuropäische Staaten, die in den letzten Jahren geboomt haben, Anfang 2009 von der globalen Konjunkturkrise stark betroffen. Zum anderen haben sich die westlichen Hauptmärkte von Kroatiens Tourismussektor bereits vor der Krise schwach entwickelt. Anfang April 2009 ist Kroatiens Branche für die Saison zu 12% ausgelastet, in früheren Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt bis zu 20%.

Daher hat die Regierung nun einen Aktionsplan für die Tourismusindustrie beschlossen. Dieser sieht für 2009 zum einen mehr Marketinggelder von 70 Mio. Kuna (K; 1 Euro = 7,38 K; Stand: 15.4.09) vor - unter anderem, um Last-Minute-Gäste zu gewinnen. Davon sollen 15 Mio. K in Deutschland und jeweils 8 Mio. K in Kroatien, Österreich und Italien platziert werden, aber auch jeweils 1 Mio. K in Serbien und in Rumänien. Um zudem mehr Gäste aus Russland und aus der Ukraine anzulocken, will Kroatien die Visumspflicht aus diesen Ländern zwischen Mai und Oktober vorübergehend aufheben. Diskutiert wird darüber hinaus eine Ausdehnung auf China und Indien.

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