S&P, Moody's und Fitch
Unternehmerfamilien wollen Macht der Rating-Riesen brechen

Sie sind derzeit das Feindbild der Politik: Die drei großen Ratingagenturen. Doch auch deutsche Unternehmer sind mit S&P, Moody's und Fitch unzufrieden - und planen offenbar eine europäische Ratingagentur.
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FrankfurtDie Debatte um die Dominanz US-amerikanischer Ratingagenturen hat offenbar auch vermögende deutsche Unternehmerfamilien auf den Plan gerufen. Branchenkreisen zufolge liebäugeln sie mit der Gründung einer europäischen Ratingagentur mit Sitz in der Schweiz. Die Gespräche seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, sagten drei mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Zur Begründung hieß es, einige nicht börsennotierte Familienunternehmen, die Anleihen begeben haben oder dies planten, seien mit der Arbeit der drei großen Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch zunehmend unzufrieden.

Bei ihren Vermögensverwaltern (“Family Offices“) wachse daher die Bereitschaft, selbst Geld dafür in die Hand zu nehmen. Die Beratungsgesellschaft Roland Berger hatte bereits unlängst ein Stiftungsmodell für eine neue Ratingagentur in Frankfurt vorgeschlagen, an der sich auch die Deutsche Börse beteiligen könnte. Ob die Initiative der Familien dazu passt, ist offen.

Die Unzufriedenheit mit S&P, Moody's und Fitch wollen sich auch Unternehmen aus verwandten Branchen zunutze machen: etwa der zur Allianz gehörende Kreditversicherer Euler Hermes, die Wirtschaftsauskunftei Creditreform oder der Bad Homburger Fondsbewerter Feri.

Den Insidern zufolge gab es in der Vergangenheit zwar immer wieder Vorstöße von Family Offices zur Gründung einer europäischen Ratingagentur als Gegenpol zu den Platzhirschen. Mit der europäischen Schuldenkrise seien die Bestrebungen jetzt aber wieder neu in Gang gekommen. Zunächst sollte sich die neue Agentur nur um die Bonitätsbewertung von Unternehmen kümmern und nicht von Staaten.

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  • typisch für die Europäer, diskutieren dieses Thema seit Jahren aber geschehen ist bisher nichts.
    Die Chinesen haben längst reagiert.

    Den Sitz einer solchen "europäischen" Ratingagentur in die Schweiz zu legen ist ein offener Affront gegen Europa.

  • Das sollte dringend umgesetzt werden. Zudem sollte es eine weitere vom deutschen Wirtschaftsministerium gegründete Ratingagentur geben. Es wäre gut, wenn auch ein staatlicher Wettbewerber hier vorhanden wäre, damit das Monopol der US-Amerikaner gebrochen wird. Es fällt doch sehr auf, wie die US-amerikanischen Ratingagenturen andere Länder nach ihrer eigenen Stimmungslage abwerten und das eigene Land, die USA, verschonen, obgleich der Schuldenberg der USA gigantisch ist.

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