Supply-Management-Disziplin
Zimmer frei für die Kostenkiller

Die deutsche Hotellerie ist seit Jahren gebeutelt: Die Reiselust der Kundschaft sinkt, die Überkapazitäten und der Preisdruck sind entsprechend hoch. Es muss also gespart werden in der Branche – und da haben die Hoteliers beim Einkauf großes Potenzial entdeckt.

DÜSSELDORF. „Am Personal können wir nicht sparen, unsere Leistung ist nun einmal der Service, und der braucht Menschen. Unsere Branche hat Rationalisierungsmöglichkeiten eigentlich nur im Einkauf“, sagt Wilhelm Luxem, Chef des Kölner Nobelhotels Excelsior Ernst. Weil dies so ist, läuft das Geschäft von Jochen Oehler gut – er ist Geschäftsführer der auf Hotels spezialisierten Progros Einkaufsgesellschaft in Eschborn: „Im Einkauf steckt der Gewinn“, sagt er. „Er hat in unseren stagnierenden oder nur zaghaft wachsenden Märkten herausragende Bedeutung für die wirtschaftliche Positionierung eines Hotels.“

Die Neuordnung des Einkaufs ist heute für viele Unternehmen zum wichtigen Instrument bei der Kostensenkung geworden – von der Zentralisierung des Einkaufs im Konzern bis hin zum kompletten Outsourcing an einen Dienstleister reicht die Spanne der Eingriffe.

Doch viele Unternehmen haben noch Nachholbedarf – auch in der Hotelbranche. „Es gibt immer noch Häuser, die haben den Einkauf dezentral organisiert“, beobachtet Oehler. „Da kauft die Hausdame für die Zimmer Reinigungsmittel ein, und der Küchenchef tut es auch.“ Es gebe mittelständische Hotelketten mit nicht einmal zehn Häusern, die allein für Büromaterial 30 verschiedene Lieferanten hätten. Oft fehle eine Einkaufsstrategie, das gezielte Steuern der Lieferantenkette und das Controlling im Einkauf.

Progros, Schwestergesellschaft der zweitgrößten nationalen Hotelmarke Best Western Deutschland, ist die zentrale Einkaufsorganisation für 450 Hotels aus dem Drei- bis Fünf-Sterne-Segment – darunter viele renommierte Einzelhotels und die Ketten Althoff, Intercontinental, Westin sowie die Best-Western-Gruppe. In diesem Markt der Einkaufsdienstleister tummeln sich zudem klassische Einkaufsgenossenschaften, angeführt von Marktführer H./G./K. Hotel- und Gastronomiekauf mit rund 2 200 Mitgliedshotels.

Wer richtig einkaufe, prophezeit Progros-Chef Oehler, könne ohne Qualitätseinbußen die Kosten um 25 Prozent und mehr senken. Das sei für einen Bettenanbieter einiges: „Wenn ein Hotelier die im Einkauf schlummernden Potenziale durch zusätzliches Geschäft erwirtschaften wollte“, rechnet er vor, „müsste er schon je nach Größe seines Betriebs zwischen 100 und 200 Zimmer-Nächte pro Jahr mehr verkaufen – und das in dem angespannten Markt.“

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