Syndizierte Kredite und Schuldscheindarlehen
Wege aus der Finanzklemme

Die Finanzierung kleinerer und mittelgroßer Firmen bleibt nach Basel II problematisch. Die Unternehmer richteten den Blick daher immer mehr auf alternative Formen. Neue Fremdkapitalquellen lassen sich auch über syndizierte Kredite oder Schuldscheindarlehen erschließen - ganz ohne Rating.

Der syndizierte Kredit als Weiterentwicklung des klassischen Kreditgeschäfts ist ein Instrument, um neue strategische Bankbeziehungen aufzubauen. Eine Gruppe von Banken, das Konsortium, stellt den Kreditbetrag zur Verfügung, wobei eine führende Bank als Arrangeur die ge-samte Koordination und Verwaltung des Kredites übernimmt. Es wird nur ein Kreditvertrag geschlossen.

Es bestehen unterschiedliche Wahlmöglichkeiten, um eine individuelle, maßgeschneiderte Finanzie-rungslösung für das Unternehmen zu erzielen. Das gilt sowohl für die Konditionengestaltung – beispielsweise Betrag, Währung, Zinsfestsetzung, Inanspruchnahme oder Tilgung – als auch für die Wahl von Finanzierungszweck und -instrument, beispielsweise Term Loan, revolvierender Kredit oder eine Kombination aus beiden. Im Gegensatz zu einem bilateralen Kreditgeschäft ermöglicht ein syndizierter Kredit – Mindestvolumen rund 75 Mill. Euro – auch die Finanzierung großer Vorhaben.

Positive Nebeneffekte sind eine effizientere Abwicklung sowie die Entlastung von Kreditli-nien bei Hausbanken durch die Aufnahme neuer Bankenbeziehungen über den Arrangeur. Eventu-elle negative Auswirkungen von Basel II können durch eine gezielte Steuerung einer Kreditgeber-gruppe durch den Arrangeur einfach und Erfolg versprechend abgefedert werden.

Neue Investorenkreise lassen sich auch mit einem Schuldscheindarlehen erschliessen. Dieses eignet sich besonders gut zur Deckung eines geringeren Fundingbedarfs von rund 25 bis 100 Mill. Euro. Rechtlich handelt es sich um einen Kredit, der durch eine besondere Urkunde verbrieft wird. Zwar weisen Schuldscheine Parallelen zu Anleihen auf, sie werden jedoch nicht an der Börse gehandelt. Da ein Rating des Emittenten nicht unbedingt erforderlich ist, stellt der Schuldschein oft den ersten Schritt auf dem Weg in den Kapitalmarkt dar.

Zu den Investoren zählen beispielsweise Banken/Landesbanken, Sparkassen, Versicherungen sowie Stiftungen und Fonds. Die Laufzeiten des Kontrakts können von 18 Monaten bis zu fünf Jahren flexibel auf die Bedürfnisse von Un-ternehmen und Finanzmarkt zugeschnitten wer-den. Die meisten Emittenten nutzen den Schuld-schein als Privatplatzierung ohne Publizität. Emittenten mit einem attraktiven Namen, die sich innerhalb der Branche von den regelmäßigen Emissionsadressen abheben, lassen sich dabei besonders gut platzieren.

Eine weitere Lösung bietet eine Kombination zwischen syndiziertem Kredit mit einem Schuldscheindarlehen, wenn günstige Kapitalmarktkonstellationen ausgenutzt werden sollen, aber der Fundingbedarf erst später anfällt. In diesem Fall lohnt sich die Platzierung einer Schuldschein-Fazilität. Diese besteht aus einer syndizierten Kreditlinie mit der Option, die Fazilität später in einen Schuldschein zu wandeln.

Eine sogenannte Term-Out-Option bietet dem Unternehmen die notwendige Flexibilität: Während der Laufzeit der Kreditlinie (z.B. 364 Tage) kann die Fazilität jederzeit mit einer Kündigungsfrist in einen Schuldschein mit einer im voraus festgeleg-ten Laufzeit gewandelt werden. Damit lässt sich der Zufluß von Cash genau auf den Zeitpunkt steuern, wenn der Finanzbedarf tatsächlich anfällt.

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