Technologiebedarf
Indonesien will bei erneuerbaren Energien aufschließen

Indonesiens Regierung verfolgt ein ehrgeiziges energiepolitisches Ziel: Bis zum Jahr 2025 soll sich der Anteil der aus erneuerbaren Energiequellen produzierten Strommenge von 0,2% im Jahr 2005 auf mehr als vier Prozent der Gesamterzeugung erhöhen. Deutsche Unternehmen können die Technologie liefern.

bfai KÖLN. Indonesiens beachtliche Ressourcen bei erneuerbaren Energieträgern werden bisher kaum genutzt, stellt ein Bericht des US-Handelsministeriums fest. Nur ein ganz kleiner Teil der installierten Kraftwerksanlagen zur Erzeugung von elektrischem Strom entfällt bisher auf dieses Segment. Jakarta will mit einem National Energy Implementation Program 2005-2025 in dem genannten Zeitraum die Kapazität für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien so ausbauen, dass deren Anteil an der Deckung des Elektroenergiebedarfs auf etwa 4,4% steigen kann.

Die Regierung in Jakarta möchte den Einsatz regenerierbarer Energien im Lande beschleunigen und hat im laufenden Jahr unter anderem die Presidential Instructions No. 1/2006 und No. 2/2006 herausgegeben, die sich mit der Verwendung von Biotreibstoffen und der Kohleverflüssigung befassen. Weitere Aspekte des effizienten Einsatzes alternativer Energieträger sind bereits in früheren Vorschriften abgehandelt, darunter Ministerial Decree No. 2/2004 - Green Energy Policy, Ministerial Decree No. 1122 K/30/MEM/2002 - Small Power Generation using Renewable Energy, Law No. 27/2003 - Geothermal Law und Government Regulation No. 03/2005 - Regulation on Electricity Supply and Utilization.

Indonesien, das von einem "Gürtel" aktiver Vulkane umgeben ist, hält nach Schätzungen rund 40% der weltweiten Erdwärmereserven, was einem Potenzial an elektrischer Energie von mehr als 27.000 MW entspricht. Hiervon werden aktuell in Kraftwerken lediglich drei Prozent genutzt. Hohe Investitionen, unzureichende Anreize und fehlendes technologisches Know-how sind einige der Faktoren, die die Entwicklung nach Ansicht von Fachleuten bisher gehemmt haben. Hoffnung auf eine bessere Perspektive werden in ein aus dem Jahr 2003 stammendes Gesetz gesetzt.

Von den 33 geothermischen Anlagen, die aktuell in Betrieb sind, arbeiten 15 unter Aufsicht der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft PT Pertamina. Die Regierung hat darüber hinaus 28 neue Standorte ausgewiesen mit einer potenziellen Leistung von knapp 13.500 MW. Wie es in dem Bericht des US-Handelsministeriums heißt, plant die staatliche Monopolgesellschaft für die Stromversorgung; PT Perusahaan Listrik Negara (PLN), den Bau von 16 weiteren Erdwärme-Kraftwerken mit einer installierten Leistung von insgesamt 1.150 MW. Die PT Star Energy wiederum baut danach eine Anlage in Wayang Windu weiter aus (110 MW). Die japanische Sumitomo und die einheimische PT Rekayasa erhielten den Auftrag zum Bau von Lahendong II in Nord-Sulawesi (20 MW), und die PT Geo Dipa Energi soll für 250 Mio. $ in Nord-Sumatra ein Erdwärmekraftwerk errichten, das 2009 in Betrieb gehen wird.

Weitere Kraftwerksplanungen im Erdwärmebereich betreffen nach den Angaben der US-Studie folgende Standorte: Lumut Balai, Süd-Sumatra (2 X 55 MW); Ulubelu, Lampung (2 X 55 MW); Tuhelu, Maluku (2 X 2,5 MW); Patuha, West-Java (3 X 60 MW); Kamojang, West-Java (60 MW); Dieng, Zentral-Java (2 X 60 MW), Tompaso, Nord-Sulawesi (2 X 20 MW); Pangalombian, Nord-Sulawesi (20 MW).

Auch das Potenzial für die Erschließung von Sonnenenergie gilt in Indonesien als vielversprechend. Die tägliche Einstrahlungsmenge liegt zwischen 4,8 und 5,1 kWh/qm. Sowohl die thermische Nutzung als auch die Fotovoltaik wurden bisher schon - wenn auch in geringem Umfang - eingesetzt. Installiert ist wegen der hohen Kosten, wie es in dem Bericht heißt, nur eine Leistung von gerade 8 MW. Die Regierung in Jakarta plant danach, im Osten des Landes bis zu 15.000 Kraftwerkseinheiten zu bauen, von denen jede 100 W bereitstellen könnte. Je Einheit sollen Kosten zwischen 500 und 600 $ anfallen, die aus Mitteln des Staates und der PLN finanziert würden.

Indonesien könnte nach den Vorstellungen der Regierung auch in großem Umfang Energie aus anfallender Biomasse gewinnen - nach Schätzungen ausreichend für eine Kapazität von 50.000 MW. Gegenwärtig sind entsprechende Anlagen vor allem in ländlichen Gebieten im Einsatz (Leistung: 445 MW). Das Aufkommen setzt sich zusammen aus Forstabfällen von 15,45 Mio. cbm, Plantagenabfällen von 64 Mio. t, 144,5 Mio. t landwirtschaftlicher Biomasse und 11.330 t städtischem Müll. Die Gewinnung erfolgt traditionell durch Verbrennung sowie durch Konversion in Gas. Verwendung findet die Energie in privaten Haushalten, Reismühlen, auf Farmen zur Trocknung sowie in Kraftwerken der Holz- und Zuckerindustrie.

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