Technoparks
Russland plant seine „Silicon Valleys“

Über 50 Jahre, nachdem in Kalifornien der weltweit erste Technopark seine Pforten für innovative Jungfirmen öffnete, will Russland seine eigenen "Silicon Valleys" errichten. Bis 2010 sollen einige solcher Technologieparks in verschiedenen Regionen des Landes entstehen.

bfai MOSKAU. Mit einer Reihe neuer Technoparks will Russland seinen Hightech-Sektor fit für den internationalen Wettbewerb machen. Ende August 2006 bewilligte die Regierung die Errichtung derartiger Wirtschaftszonen. Von 2006 bis 2010 sieht ein staatliches Programm Technoparks in St. Petersburg, Tatarstan sowie den Gebieten Moskau, Novosibirsk, Nischegorod, Kaluga und Tjumen vor.

Die Gelände sind nach Worten des stellvertretenden Telekomministers Dmitrij Milovantsev für in- und ausländische Hightech-Firmen sowie branchennahe Dienstleister gedacht. Für die Schaffung der Infrastruktur sind für 2007 etwa 1,4 Mrd. Rbl (ca. 40 Mill. Euro) an Haushaltsgeldern eingeplant.

Entstehen sollen die Technoparks in Regionen, die eine entwickelte Forschungs-, Wissenschafts- und Produktionsstruktur vorweisen können. Die intellektuelle und organisatorische Basis werden zumeist Hochschulen, Akademie- und Brancheninstitute bilden.

So soll ab Herbst 2006 der Bau eines Technoparks auf Basis der St. Petersburger Universität für Telekommunikation anlaufen. Mit Planung und Verwaltung des Parks ist das finnische Unternehmen Technopolis betraut. Nach Auskunft der St. Petersburger Regierung werden hier sowohl russische als auch finnische Technologiefirmen arbeiten. Die auf etwa 500 Mill. US$ geschätzten Kosten des Projekts sollen vor allem von privaten Investoren (darunter von Technopolis: ca. 200 Mill. Euro) aufgebracht werden. Der Beitrag staatlicher Mittel soll sich auf nicht mehr als 20% des Gesamtvolumens belaufen. Gemäß Milovantsev wird sich die Aufgabe des Staates insbesondere auf die territoriale Erschließung und die Bereitstellung der sozialen Infrastruktur beschränken.

Ungeteilte Zustimmung rufen die Regierungspläne nicht hervor. So verweisen Experten auf die nicht nur positiven internationalen Erfahrungen. Ihren Erhebungen zufolge verbuchen lediglich rd. 25% der bestehenden Technoparks kommerzielle Erfolge, nur 30 bis 40% der dort realisierten Projekte werfen hinreichende Erträge ab.

In Russland kommt noch erschwerend hinzu, dass die Regierung bislang keine einheitliche konzeptionelle Linie verfolgt. Hinsichtlich der Ausrichtungen und der Managementstrukturen der geplanten Technoparks sind sich die verschiedenen Ministerien (wie Wirtschafts-, Agrar-, Kultur- und Verteidigungsministerien) weitgehend uneins. Auch mangelt es noch an den rechtlichen Grundlagen. Das Gesetz über die Sonderwirtschaftszonen hat zur Hightechindustrie nach Meinung von IT-Unternehmern nur einen schwachen Bezug.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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